Bruder-Konrad-Straße 100, 33334 Gütersloh

Winter-Campus: Der aktuelle Handball-Hype beschert dem SV Spexard am Samstag beim Testspiel-Highlight GWD Minden – Ringsted eine prall gefüllte Halle

340 Zuschauer sehen Mindener Sieg

Gütersloh-Spexard. Noch immer tropfte Tom Bergner üppig der Schweiß von der Stirn. Dabei war das Testspiel gegen das dänische Erstliga-Team TMS Ringsted für den Handball-Profi des Erstligisten GWD Minden und sein Team bereits beendet. Doch der Kreisläufer der Grün-Weißen schrieb direkt nach dem Abpfiff in der Sporthalle in Spexard fleißig Autogramme, grinste die vielen jungen Fans an und versprach entschuldigend: „Ich muss kurz rein, aber ich verspreche, dass ich sofort wiederkomme!“

Das dritte attraktive Testspiel im Zuge des Winter-Campus’, am Samstagnachmittag ausgerichtet beim und vom SV Spexard, sorgte nicht nur für eine volle Sporthalle, sondern vor allem für viele glückliche Kinder und Jugendliche.

Auch Mindener Akteure wie Rückraumspieler Malte Donker standen bereitwillig für Autogramme und Selfies mit den Fans bereit. Den aktuellen Handball-Hype in Deutschland – zuvorderst ausgelöst durch die klasse Leistungen der Deutschen Nationalmannschaft bei der Europameisterschaft in Skandinavien – wusste die Handball-Abteilung des SV Spexard glänzend für sich zu nutzen. Gut 340 Zuschauer waren vor Ort – der Klub meldete: ausverkauft.

„Für uns alle ist das einmalig und einfach schön“

So zeigte sich schon während des Testspiels, das GWD Minden überlegen mit 35:23 für sich entschied, mit Patrick Brunnert einer der Macher der „Spechte“ mit dem Ablauf lecker zufrieden. Der 37-Jährige hatte das Event federführend gemeinsam mit SVS-Abteilungsleiterin Marion Heitfeld organisiert, zusammen mit etwa 40 ehrenamtlichen Kräften sorgten sie für eine gelungene Durchführung. „Für uns alle ist das einmalig und einfach schön, hier eine volle Halle zu erleben. Der Umgang mit den Profis ist locker und entspannt – das zeichnet den Handball aus“, freute sich Brunnert. Das Duell der beiden Erstligisten – es war übrigens auch das überhaupt erste Spiel mit Harz in der Sporthalle an der Bruder-Konrad-Straße. „Wir müssen also nachher gut saubermachen, aber vielleicht dürfen wir ja perspektivisch hier auch mit Harz spielen, wer weiß“, sagte Brunnert und schmunzelte.

Gut gelaunt zeigte sich ebenso Aaron Ziercke, Coach von GWD Minden. Bereits vor neun Jahren war der Ex-Profi, damals noch als Trainer des TuS N-Lübbecke, beim Winter-Campus dabei gewesen. Der erfahrene Handballer schätzt die besondere Atmosphäre rund um diese Testspiel-Reihe. „Es ist klasse für die Vereine, die das auf die Beine stellen und daraus so ein Event machen“, erklärte Ziercke, der tags darauf, am Sonntag, 54. Geburtstag feierte.

Seine Mannschaft machte es dem GWD-Coach am Samstag leicht. Nachdem der um den Klassenerhalt in der 1. Bundesliga kämpfende Traditionsverein am Freitagabend zum Auftakt des Winter-Campus’ in Verl beim 30:31 gegen den zweiten dänischen Erstligisten, Sonderjyske, noch zu fehlerhaft agiert und 30:31 verloren hatte, präsentierten sich die Mindener tags darauf in Spexard deutlich stabiler in der Deckung und kaltschnäuzig in der Offensive. Folgerichtig führte GWD schon nach 40 Minuten erstmals mit zehn Treffern Vorsprung (25:15) und landete einen souveränen Sieg. „Wir sind im Plan geblieben und haben es souverän heruntergespielt“, sagte Ziercke. Mit solchen Auftritten wie in Verl und Spexard wolle man „nicht nur etwas zurückgeben, sondern: Wir sind ja auch nicht so weit weg. Vielleicht kommt ja auch mal jemand von hier zu uns in die Halle zu den Spielen“.

Auch Organisator Andreas Guntermann beobachtete mit Freude das dritte Spiel des diesjährigen von den Vereinen TV Verl und Sport Verl organisierten Events. „Das ist toll für die Vereine“, sagte er, „der Handball ist auf dem Dorf groß geworden – dorthin muss er wieder zurück.“ Auch Kim Sörensen, der für den TV Verl und SV Spexard federführend seine engen Kontakte nach Dänemark genutzt hatte, um die beiden Erstligisten zu verpflichten, freute, dass am Samstag durch den EM-Ruhetag keine Konkurrenz durch das zeitgleich in Skandinavien stattfindende Großturnier herrschte. „Ich freue mich für Spexard und vor allem für die vielen Kinder. Das ist cool“, sagte Sörensen. „Top-Handball zum Anfassen“ (Andreas Guntermann) zu bieten – gelang in Spexard eindrücklich.

(Bericht Neue Westfälische vom 02.02.26)

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