Presse nach den Spielen / 3. Spieltag

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  Westfalenliga Staffel 1

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Presse vom 31.08.2010

Ein »Zehner« für den VfB Fichte

Kizilkaya kommt

Westfalenligist VfB Fichte hofft im Spiel beim ebenfalls noch punktlosen Bezirksligisten FC Altenhagen auf ein Weiterkommen. »Wir brauchen jetzt unbedingt ein Erfolgserlebnis. Egal wo, und gegen wen«, sagt VfB-Trainer Mark Sawkill.

Da trifft es sich gut, dass Sawkill fürs offensive Mittelfeld noch eine Verstärkung bekommen hat. Der Türke Murat Kizilkaya wechselt vom FC Gütersloh an die Rußheide. Der 22-Jährige fand in dieser Saison keine Berücksichtigung mehr beim Westfalenliga-Nachbarn - nun soll er beim VfB das Offensivspiel ankurbeln. Fichtes Manager Murat Karanfil: »Murat Kizilkaya kann auch auf der Zehn spielen. Er soll mehr Kreativität in unser Spiel bringen.«

Westfalenliga

„Neun Punkte aus drei Spielen – mehr geht nicht“, stellte Dornbergs Trainer Mario Ermisch nach dem 2:0-Derbysieg auf der Rußheide trocken fest. Der TuS hat seine Favoritenrolle bestätigt und liegt auf Kurs, der Lokalrivale sucht seine Ideallinie noch. Beim VfB Fichte geht auch mehr. Grundsätzlich auf jeden Fall. „Wenn wir mit Herzblut auftreten, so wie gegen Dornberg, sollten wir auch in Kürze Erfolge einfahren“, glaubt Innenverteidiger Konstantin Beckmann. Die Einstellung stimmte beim Tabellenschlusslicht. „Nimmt man das Ergebnis aus, war ich einigermaßen zufrieden“, sagte Mark Sawkill. Verbesserungsbedarf sieht der Trainer vor allem im Offensivspiel und in der Abstimmung im Allgemeinen. Der eine Stürmer, Ibrahim Cisse, feierte im Derby sein Startelfdebüt, der andere, Ismail Altunsaban, sucht nach einer Verletzungspause noch seine Bestform. Daneben lauern noch Davor Ilic und Christoph Stelberg. „Wir müssen jetzt rasch eine Formation einspielen“, sagte Sawkill und hofft, dass er schon im Kreispokal Fortschritte ausmachen kann.

„Ich spüre das Vertrauen“

HÖVELHOFER SV: Der 19-jährige Richard Urban bringt auch seinen Trainer Stefan Weiß ins Schwärmen

Hövelhof. In wirtschaftlich knappen Zeiten besinnen sich Fußballvereine gerne auf den eigenen Nachwuchs und rufen neue Jugendkonzepte ins Leben. Das war beim Westfalenligisten Hövelhofer SV nicht anders. Mit dem Unterschied vielleicht, dass dies beim HSV keine Momentaufnahme ist, sondern fast in jeder Saison neue Talente aus dem eigenen Nachwuchs erfolgreich integriert werden. Aktuelles Beispiel ist Richard Urban.

Der 19-Jährige wechselte aus der A-Jugend des SC Verl auf die Waldkampfbahn und stand bislang in allen drei Saisonspielen in der Startformation. Selbst HSV-Trainer Stefan Weiß, der sonst eher zurückhaltend beim Loben jungerTalente ist, gerät bei seinem Namen ins Schwärmen: „Ich habe damit gerechnet, dass er sich durchsetzt. Richard bringt jede Menge Potenzial mit und arbeitet hart an sich.“ Urban selbst ist mit einem gesunden Selbstbewusstsein ausgestattet: „Ich habe mir die Startelf zugetraut und mir den Platz in der Vorbereitung erkämpft. Die Mannschaft hat es mir aber auch leicht gemacht, weil sie mich sehr gut aufgenommen hat. Wir sind ein gutes Team.“

Dass er in Hövelhof gelandet ist und nicht etwa in der U23 des SC Paderborn 07 – laut Weiß hatte er auch vom SCP ein Angebot – zeigt, dass sich die Arbeit des HSV mit jungen Leuten herumgesprochen hat. Beispiele für Spieler, die sich an der Ems zu Stammkräften entwickelt haben, gibt es unter anderem mit Marcel Wenkemann, Manuel Mückenhaupt oder aber Daniel Brökelmann einige. Auch Umut Sakir, der mittlerweile beim Delbrücker SC spielt, wurde erst beim HSV zum Leistungsträger.

„Für mich war es wichtig, nach meiner ersten Landesligaerfahrung in der zweiten Mannschaft von Verl den nächsten Schritt zu machen. In Hövelhof spüre ich das Vertrauen des Trainers und meiner Mitspieler. So kann ich meine Leistung bringen“, meint Urban, der besonders die Attribute Schnelligkeit und Dribbling zu seinen Stärken zählt. Darüber hinaus sei seine flexible Einsetzbarkeit auf dem Platz sicherlich kein Nachteil. „Ich bin beidfüßig und spiele dort, wo mich der Trainer aufstellt“, sagt Urban. Aktuell ist er im linken Mittelfeld beheimatet. An seinem Kopfballspiel könne er hingegen noch feilen.

Stefan Weiß hat zudem Verbesserungsbedarf in der Defensivarbeit ausgemacht, aber „er will sich ständig weiterentwickeln und ist auf einem richtig guten Weg. Wenn er so weitermacht, wie bisher.“

TuS bildet weiter - VfB sucht Kreativität

Westfalenliga: Ein Derby ohne Nebengeräusche

Bielefeld (WB). Selten zuvor ging ein Derby zwischen Fichte und Dornberg so lautlos über die Bühne wie am Sonntag an der Rußheide. Sowohl auf, als auch neben dem Platz gab es nur wenig Spektakuläres. »Es war wirklich kein hochklassiges Spiel«, sagte TuS-Manager Hans-Werner Freese.

Als Dornberg vor mehr als 30 Jahren - im Oktober 1978 - das letzte Mal ein Punktspiel gegen den damaligen VfB 03 gewonnen hatte, stand Freese als klassischer Libero noch selbst auf dem Platz. Jetzt freut sich der Macher vom Mühlenbrink über den 2:0-Derbysieg, einen optimalen Saisonstart und die Tabellenführung. Das alles soll auch mehr als nur eine Momentaufnahme sein. Dornberg legt seine Zurückhaltung so langsam ab. »Wir haben eine sehr gute Truppe, die viel Spaß miteinander hat«, betont Freese, der dem OWL-Nachbarn aus dem Gütersloher Heidewald aber die Rolle des Topfavoriten zuschiebt: »Die haben ja selbst gesagt, dass der erste Platz an sie vergeben ist.«

In Dornberg profitiert man unterdessen auch immer mehr von der Talentschmiede des DSC Arminia. Nach Mario Bertram, Felix Buba, Bünyamin Atasayer und Jan Schönwälder ist Lennart Madroch der nächste Spieler, der aus Arminias A-Jugend stammt und zum Dornberger Mühlenbrink gewechselt ist. Bertram und Madroch haben zudem eine Einladung für den U21-Länderpokal erhalten. »Wir bieten den jungen Spielern einen guten Trainer und eine gute Weiterbildung. Danke an Arminia für die gute Ausbildung«, kann sich Freese eine Spitze in Richtung des großen Nachbarn nicht verkneifen.

Dass bei dem auch in der Breite gut aufgestellten Dornberger Kader der eine oder andere Spieler auf der Strecke bleiben könnte, glaubt Freese zunächst einmal nicht: »Wir tanzen noch auf drei Hochzeiten. Da werden wir 22, 23 Leute brauchen.« Die nächste Aufgabe wartet auf das Team von Mario Ermisch am Mittwoch im Westfalenpokal beim TuS Erkeln.
Der VfB Fichte spielt Donnerstag im Kreispokal beim Bezirksligisten FC Altenhagen. Trotz der Derbypleite und dem Verweilen auf dem letzten Tabellenplatz (0 Punkte, 1:8 Tore) bricht an der Rußheide noch keine Panik aus. »Ich habe mehr Licht als Schatten gesehen«, sagte der stellvertretende Abteilungsleiter Jobst Hölzenbein nach dem Stadtduell. Und auch Trainer Mark Sawkill sprach von der »bislang besten Saisonleistung«. Das konnte sich allerdings nur auf die Defensive um die Innenverteidiger Konstantin Beckmann und Tobias Kutz, der sich nun bis Dezember nach Kanada verabschieden wird, beziehen.

Die größte Baustelle hat Sawkill in der Offensive: »Ich muss Isi Altunsaban spielen lassen, obwohl er angeschlagen ist.« Der französische Neuzugang Ibrahima Cissé agierte am Sonntag erstmals an der Seite von Altunsaban. Christoph Stelberg saß auf der Bank, bei Davor Ilic fehlte noch der Spielerpass. Bei vier Stürmern im Kader sieht VfB-Manager Murat Karanfil auch eher Bedarf im offensiven Mittelfeld: »Da brauchen wir einfach mehr Kreativität.« Gut möglich, dass der VfB vor Ende der Transferfrist heute noch einen neuen Spieler verpflichtet.
Mit welchen finanziellen Mitteln die Suche nach Verstärkungen im Vergleich zum Stadtrivalen aus Dornberg betrieben wird, umschreibt Karanfil bildlich so: »Wenn mein Kollege Hans-Werner Freese mit Würmern nach Neuzugängen angeln muss, bin ich mit den bloßen Händen unterwegs.«

Humpeln und hoffen

Der Hövelhofer Torschütze Jan Welker hat sich am Knie verletzt

Hövelhof (WV). Direkt nach dem Spiel fällt Jan Welker selbst das Einsteigen ins Auto äußerst schwer. Am Montag atmet der Neuzugang vorsichtig auf: »Ich gehe nicht vom Schlimmsten aus.« Da lässt sich das Knie wieder behutsam beugen. Die Hövelhofer Offensivkraft humpelt und hofft.

Diesen Knie-Fall gibt es seit der 63. Minute im sonntäglichen Westfalenliga-Duell mit Münster II (2:0). Auf dem Weg in den Strafraum blieb der 28-Jährige nach einem Pass im Rasen hängen und verdrehte sich das linke Knie. Physiotherapeut Jens Bayer wollte Welker sogleich auswechseln lassen, doch der Verletzte selbst hatte ein anderes Gefühl: »Ich dachte, das geht gleich wieder und bin zurück aufs Feld.« Falsch gedacht. Nur zwei Minuten später räumte der Ex-Delbrücker für Christian Reischke den Rasen. Der nächste angeschlagene Hövelhofer. Ein gewohntes Bild. Mit Christoph Escherhaus, Sebastian Potempa, Thorsten Becker, Dominic Schärling sowie Andreas Friesen fehlten Trainer Stefan Weiß in der Partie gegen die Preußen ohnehin schon fünf Alternativen und es wären gar sechs gewesen, wenn sich Kapitän Matthias Kleinegrauthoff nicht trotz seiner mit acht Stichen genähten Platzwunde am Auge bereit erklärt hätte, noch vor dem Ziehen der Fäden schon wieder mitzuwirken. »Einen weiteren langfristigen Ausfall können wir nun wirklich nicht gebrauchen«, sagt der HSV-Coach. Auch Weiß kann nur und muss hoffen, dass Welkers Gefühl kein trügerisches ist. Der ging gestern nämlich nur von einer leichten Dehnung aus.

»Von Sonntag auf heute hat sich die Lage erheblich verbessert. Ich spüre zwar noch ein leichtes Stechen im Knie, aber wenn sich das jetzt von Tag zu Tag so positiv entwickelt, habe ich vielleicht doch noch mal Glück gehabt. Ich hatte noch nie eine schwerere Knieverletzung und das soll so bleiben«, sagt der hängende Hövelhofer Angreifer, der die Seinen gegen die Münsteraner Reserve in der 54. Minute per Foulelfmeter in Führung geschossen hatte. Das war bereits Welkers zweites Tor im dritten Meisterschaftsspiel für seinen neuen Verein, aber nicht nur ob dieser Quote bereut er seine Entscheidung, vom DSC zum HSV zu wechseln, nicht im Ansatz. Im Gegenteil: »Ich fühle mich extrem wohl, bin toll aufgenommen worden und möchte das Vertrauen mit Leistung zurückzahlen.«

In Delbrück war ihm die Wertschätzung seiner Person zuletzt nicht mehr angemessen hoch gewesen: »Dort hat man sich erst mit anderen Sachen beschäftigt, als mit den Alteingesessenen zu sprechen. Erst als mein Entschluss schon stand, haben die Verantwortlichen nochmal Vollgas gegeben. Aber da war es zu spät.« So folgte Welker seinem Kumpel, Keeper Marco Kirchhoff, vom Laumeskamp an die Waldkampfbahn, erzielte schon in drei Spielen halb so viele Tore wie in der kompletten vergangenen Saison (vier für den DSC) und freut sich vor allem über eine entscheidende Konstante in seinem Spiel: »In Delbrück war ich ein Opfer meiner Flexibilität, war mal Stürmer, mal Sechser, mal im linken Mittelfeld - eben immer da, wo einer gebraucht wurde. Beim HSV dagegen habe ich meinen festen Platz als hängende Spitze und mit dieser Gewissheit lässt sich natürlich ganz anders spielen. Wenn man eine Stammposition hat, kann man doch auch leichter konstante Leistungen abrufen.«

Stefan Weiß weiß das auch und sieht in dem in Bad Lippspringe wohnenden Torjäger eines der entscheidenden Teile im Bausatz für eine abstiegskampffreie Saison. Mit zwei Siegen in drei Spielen und Westfalenliga-Platz vier (zusammen mit Paderborn II und vor den punktgleichen Delbrückern) liegt der HSV auf Kurs. Um den zu halten, muss der humpelnde Hoffnungsträger aber möglichst bald wieder ganz rund laufen.

Temel Hop vor Wechsel zum FCG

Sofort wieder ins Fußballgeschäft einsteigen möchte Temel Hop - und zwar beim FC Gütersloh 2000. Einer ersten Gesprächsrunde am gestrigen Abend blickte der offensive Mittelfeldspieler für die rechte Außenbahn optimistisch entgegen. »Ich bin zuversichtlich, dass wir auf einen Nenner kommen werden. Der FCG ist für mich die erste Adresse, denn hier kann ich Meister werden. Ich werde sicherlich nicht in den Heidewald gehen, um dort im Tabellenmittelfeld zu spielen«, hat der 23-Jährige, der im Sommer beim SC Wiedenbrück keinen neuen Vertrag erhalten hatte, mit dem Westfalenligisten hohe Ziele.

SuS Neuenkirchen

Wann platzt der Knoten in der SuS-Offensive?

NEUENKIRCHEN „Wir haben gut und gerne 20 Torchancen, erzielen aber nur drei Treffer. Das ist zu wenig.“ SuS-Trainer Franz-Josef Reckels hat – natürlich – das Problem erkannt. Beim Neuenkirchener Westfalenligisten hapert es in dieser Saison beim Torabschluss. Nur dreimal schlug es binnen 270 Minuten im Netz des Gegners ein – zu wenig.

„Ich hätte vor der Saison nicht erwartet, dass wir da ein kleines Problem haben würden“, gesteht Trainer Reckels ein. Denn mit Nail Kaplan hatte der SuS einen torgefährlichen Offensivspieler vom Oberligisten Eintracht Nordhorn verpflichtet. Zusammen mit Christian Bußmann und Rafael Figueiredo sollte er ein treffsicheres Dreigestirn bilden.

Ein Schuss egoistischer

Doch bisher wartet Kaplan noch auf seinen ersten Saisontreffer. „Er muss manchmal einen Schuss egoistischer sein“, verlangt der Trainer, dass Kaplan noch mehr selbst den Abschluss suchen muss, statt den Mitspieler in Szene zu setzen. Bestes Beispiel war die 88. Minute des Gütersloh-Spiels am Sonntag, als er den direkten Zug zum Tor verweigerte und die Kugel vertendelte.

Doch auch seine Teamkollegen hatten bisher viel zu selten Grund zum Jubeln. Dabei können sie es so schön, wie sie mit ihrer Choreographie am Sonntag nach dem 1:0 durch Figueiredo vor der Tribüne bewiesen haben. „Das war neu, das dürfen die Jungs gerne öfter machen“, schmunzelt der Coach, der auch auf mehr Treffer hofft. Das Gute: „Wir spielen uns ja in jedem Spiel viele Möglichkeiten heraus“, weiß Reckels. „Und das sind keine Zufalls-Produkte.“

Das Alu bebt

Doch bei der Verwertung hapert es. Außerdem hat der SuS auch noch Pech: Beim Auftakt-0:0 gegen Recklinghausen ließen Thorsten Schmidt und Flo Reckels das Alu beben, am Sonntag gegen Gütersloh landete ein Brüning-Kracher am Gestänge. „Wir hätten beide Heimspiele gewinnen müssen, und zwar deutlich“, verweist der Trainer auf das jeweilige Chancenplus seiner Mannschaft. „Es hat alles gepasst – bis auf das Ergebnis“, resümiert er.

0:0, 1:1, 2:2 – der SuS wartet auch nach der wirklich starken Leistung gegen Titelfavorit Gütersloh weiter auf den ersten Sieg. Entsprechend enttäuscht waren die Kicker am Sonntag. „Wenn du solche Chancen hast, musst du die drei Punkte einfach mitnehmen“, fasste es ein konsternierter Rafa Figueiredo nach dem Abpfiff und dem späten Schock durch den FCG-Ausgleich (89.) zusammen.

Sein Trainer ist aber sicher, dass die Enttäuschung bald verfliegt. „Die Spieler sind sehr wohl in der Lage, ihre eigene Leistung richtig einzuschätzen. Dadurch bauen sie sich im Grunde selbst wieder auf“, rechnet er nicht damit, dass er jetzt viele Streicheleinheiten verteilen muss. Er ist vielmehr überzeugt, „dass der Knoten bald platzt und dann können wir in drei, vier Wochen schon über diese Phase lächeln.“

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Presse vom 30.08.2010

Hamm - Delbrück 2:0

"Wäre gerne nochmal Spieler"

Die SpVg. aus Hamm hat den kleinen Ausrutscher aus dem Spiel gegen die TuS Dornberg wettgemacht und das Spiel gegen den Delbrücker SC mit 2:0 gewonnen.

Die Gäste, bis dato ohne Punktverlust müssen nun den ersten Rückschlag einstecken und mit leeren Händen den Heimweg antreten. Die Partie begann verhalten, die Mannschaften begnügten sich vorerst damit sich gegenseitig zu beschnuppern und auf Fehler des Gegners zu warten. Da sich solche allerdings kaum ergaben, bot sich dem Zuschauer eine eher ereignisarme und vor allem torlose erste Halbzeit.

In der Halbzeitpause musste HSV-Trainer Holger Wortmann jedoch die richtigen Worte gefunden haben, denn seine Mannschaft trat von Wiederanpfiff an sehr viel aggresiver auf. „Wir wollten eigentlich von Anfang an so spielen, aber da hat dann wohl doch noch die Vorsicht und der Respekt überwogen“, meint Wortmann. Dass das Ergebnis noch höher hätte ausfallen können, lässt sich an den vergebenen Chancen erkennen: kurz nach dem 1:0 startete Lanzendörfer einen Sprint an seinem linken Flügel und spielte den Ball optimal nach innen auf Krawietz - der machte eigentlich auch alles richtig, aber Gästekeeper Mehlich verhinderte mit einer sensationellen Parade das frühe 2:0. Mit demselben Spielzug kam die HSV kurz darauf erneut vors Tor der Gegner, nur dass diesmal dort Mark Dyballa die Vorlage zum 2:0 Endstand verwertete.

Nun aber wartet steigt am kommenden Mittwoch das Pokalspiel gegen Wiedenbrück an - viel Arbeit für Wortmann: „Die Spieler freuen sich noch heute Abend, ich muss aber schon wieder nach vorne denken - manchmal wäre ich gerne nochmal Spieler.“

Hamm: Stiepermann - Senger, S. Dyballa, Kaminski, Blesz - Fiore (86.Küzck), M. Dyballa - Krawietz, Lanzendörfer (65.Metin) - Öztürk, Backszat (68.Schiller).

Delbrück: Joswig - Schröder (75.Sakir), Braune, Hansjürgen, Lübbers - Sansar, Fulland (16.Jessen), Kraus, Riemer - D‘Angelo (82.Grziwotz), Tumani.

Tore: 1:0 S.Dyballa, 2:0 M.Dyballa

Zuschauer: 290.   -   SR: Alexander Kleff (Dortmund).

Packendes Derby, aber keine Tore - Hardt und FC 96 trennen sich 0:0

DORSTEN. Als Peter Anders nach 92 packenden Minuten zwischen dem SV Dorsten-Hardt und dem FC 96 Recklinghausen durchgeatmet hatte, zog er ein treffliches Fazit. „Mit dem 0:0 können wir gut leben“, sagte der Recklinghäuser Trainer. Ein Satz, den sein Gegenüber Martin Schmidt glatt gegengezeichnet hätte.

Denn: Beide Westfalenligisten kämpften auf dem tiefen, schweren Boden an der Storchsbaumstraße voller Hingabe – wie es sich gehört für ein Kreisderby. Beide waren ständig bemüht, den Ball nach vorn zu treiben. Aber nur eine Mannschaft erspielte sich vor 200 Zuschauern eine nennenswerte Anzahl guter Chancen: der Aufsteiger.

Aber was immer der SV Hardt gestern Nachmittag vor dem 96-Tor auch anstellte: Der Ball wollte einfach nicht hinein. Zweimal Andreas Kauschat in der Startphase (6. und 9.), zweimal Sven Potthast im Verlauf der ersten Hälfte – zur Pause hätte der SV Hardt führen müssen.

Besonders bemerkenswert die 31. Minute, nach der Hardts Angreifer Sven Potthast das nasse Trikot eigentlich hätte ausziehen können. Weil es an diesem Nachmittag eh nichts mehr geworden wäre mit einem Treffer. Blendend freigespielt jagte der 32-Jährige den Ball gegen den Pfosten. Von dort sprang er gegen den herbeifliegenden FC96-Torhüter Daniel Pommer – und von dessen Körper haarscharf am Pfosten vorbei ins Aus.

Eine Chance dieser Güte hatten die Gastgeber, bei denen Spielmacher Daniel Klöckner geschickt die Bälle verteilte, nach der Pause nur noch einmal: Wieder war es Potthast, der diesmal kläglich vergab (64.).

Der FC 96 versteckte sich nicht. Aber vor Kapitän Felix Sadlowski im zentralen Mittelfeld passierte einfach viel zu wenig. Rückkehrer Marijo Pavlovic, Recklinghausens „Zehner“, kam nicht in Tritt. Angreifer Gökhan Timürlenk lief viel, bekam in der Spitze aber kaum einmal einen gescheiten Ball serviert.

Trainer Peter Anders versuchte mit Hianick Kamba und Fabian Pfennigstorf neuen Schwung einzuwechseln. Ohne durchschlagenden Erfolg. Das Spiel nach vorn bleibt bis auf weiteres die große FC96-Baustelle. Die beste Chance in Führung zu gehen, „vergab“ Cesary Liedtke. Ein Distanzschuss des Mittelfeldmanns schlug auf die Latte des Hardters Tores (44.).

So musste sich der FC 96 in Dorsten auf seine Defensive verlassen – und das konnte der Klub auch. Vor allem die Innenverteidiger Christian Luvuezo und Daniel Bertram wurden mit zunehmender Spieldauer immer sicherer und ließen nichts anbrennen. Fazit: Ein 0:0 der interessanteren Sorte, mit dem beide Westfalenligisten aus dem Kreis ungeschlagen bleiben.

Dornberger Glücksgefühle

Ermisch-Elf gewinnt das Derby beim VfB Fichte mit 2:0

Bielefeld (WB). In dieses Gefühl war der TuS Dornberg seit einer halben Ewigkeit nicht mehr gekommen. Jetzt weiß die Elf vom Mühlenbrink wieder, wie sich ein Derbysieg gegen den Nachbarn VfB Fichte anfühlt. Durch den verdienten 2:0 (1:0)-Erfolg hat Dornberg die Tabellenspitze der Westfalenliga verteidigt, während der VfB als Schlusslicht der Liga weiter auf den ersten Punkt wartet.

Dornbergs Trainer Mario Ermisch zeigte sich nach dem fairen Stadtduell vor etwa 350 Zuschauern an der Rußheide zufrieden: »Wir haben verdient gewonnen, weil wir in der zweiten Halbzeit zugelegt haben. Drei Spiele, neun Punkte: mehr geht nicht.« Eine solche Erkenntnis würde Mark Sawkill sicherlich auch gerne ziehen. Vielmehr muss der Fichter Trainer aber weiter auf die ersten Zähler der Saison warten. Dass der Dreier diesmal an den Stadtrivalen ging, war auch nach Sawkills Meinung okay so: »Wir haben zu wenig nach vorne gemacht und Dornberg hat im Gegensatz zu uns seine Chancen eiskalt genutzt. Das war heute der Unterschied.«

Dass, was die beiden Mannschaften den Zuschauern anboten, war allerdings Fußball-Magerkost. »Wir haben viel zu nervös angefangen. Fichte hat das Tempo verschleppt, und wir haben es mit langen Bällen versucht«, monierte Ermisch das anfängliche Auftreten seiner Mannschaft. Sein Gegenüber Sawkill ärgerte sich über die knapp verpasste Chance zur Führung. In der 9. Minute zog VfB-Neuzugang Gökhan Gebedek aus halbrechter Position ab - TuS-Torwart Jan Schönwälder rettete mit einer starken Parade und unter Mithilfe des Außenpfostens zur Ecke. Auf der anderen Seite verzog Patrick Reinsch nach Doppelpass mit Ugur Pamuk nur knapp (23.).

Als sich die Besucher gedanklich schon auf eine torlose erste Hälfte eingestellt hatten, schlug der Spitzenreiter vom Mühlenbrink doch noch zu. Der sehr agile Reinsch spurtete durchs Fichter Mittelfeld und lief nach erneutem Doppelpass mit Pamuk allein auf Holger Peterhanwahr zu. Reinsch behielt die Übersicht und schlenzte das Leder ins lange Eck - 0:1 (41.). »Wie der Reinsch vor dem Tor durch unser Mittelfeld spaziert, das kann nicht sein«, ärgerte sich Sawkill.

Die Hoffnung des VfB, die Partie noch einmal zu drehen, war kurz nach dem Seitenwechsel dahin. Peterhanwahr klärte per Faustabwehr einen Schuss von Francis Williams, die Kugel landete bei Pamuk und der ließ dem VfB-Keeper im Nachsetzen keine Chance - 0:2 (49.). »Damit war das Spiel gelaufen«, sagte Ermisch, während sich der Torschütze über den Sieg und den perfekten Saisonstart freute. Pamuk: »Wir sind gut drauf. Offensiv sind wir noch stärker als im letzten Jahr.«

Von den Qualitäten, die der TuS im Angriff besitzt, war gestern nur ansatzweise etwas zu erkennen, aber das reichte, um den Vorsprung locker ins Ziel zu bringen. Der eingewechselte Ilhami Karabas hätte gegen Peterhanwahr noch erhöhen können (75.), auf der anderen Seite vergab Neuzugang Ibrahima Cissé im Duell mit Schönwälder die Chance zum Anschlusstreffer (57.). So blieb es beim 2:0, womit der TuS eine mehr als 30-jährige Durststrecke beendet hat. Im Oktober 1978 hatte Dornberg zuletzt gegen eine Fichter Auswahl gewonnen. Damals war es ein 2:1 im Landesligaduell gegen den VfB 03. Daran konnte sich selbst Manager Hans-Werner Freese nicht mehr erinnern. »Gut, dass sich dieses Thema nun erledigt hat«, freute sich Freese.

Auf Sawkill und den VfB Fichte kommen dagegen schwere Wochen zu : »Wir brauchen jetzt dringend ein Erfolgserlebnis.« Die nächste Chance dazu besteht am Donnerstag im Kreispokal beim FC Altenhagen.

Spiel und Fulland verloren

Delbrück verliert 0:2 in Hamm und Kapitän bricht sich die Schulter

Delbrück (pk). Nach zwei Siegen hat es jetzt auch den dritten heimischen Westfalenligisten, den Delbrücker SC, erwischt. Die 0:2 (0:0)-Niederlage beim Absteiger Hammer SpVg. war für die Mannschaft von Trainer Alfons Beckstedde gleich doppelt schlimm, denn sie verlor nicht nur die drei Punkte, sondern muss auch mehrere Wochen auf ihren Kapitän Florian Fulland verzichten. Der brach sich die Schulter, musste bereits in der 25. Minute schwer verletzt ausgewechselt werden und wurde in ein Hammer Krankenhaus gebracht. »Kein Vorwurf an den Gegenspieler, das war ein unglücklicher Zweikampf und sicher keine Absicht. Doch für Florian ist das unglaublich bitter, so ein Verletzungspech ist doch nicht mehr normal. Ich rechne damit, dass er uns zwischen acht und zwölf Wochen nicht zur Verfügung steht«, sagte Beckstedde.

Fullands Fehlen ist auf lange Sicht wohl noch schlimmer als die erste Saisonniederlage, doch auch diese wäre überhaupt nicht nötig gewesen. In einem Kampfspiel bei Dauerregen neutralisierten sich beide Mannschaften auf tiefem Boden weitgehend. Es gab hüben wie drüben kaum Torchancen, so dass für Beckstedde schnell feststand: »Wer hier das erste Tor schießt, geht als Sieger vom Platz. Wir haben bis zum gegnerischen Gehäuse gut gespielt, waren aber dann nicht zwingend, Doch auch Hamm ist wenig eingefallen. Deshalb war die Niederlage unnötig, auch wenn Hamm am Ende eine der Mannschaften sein möchte, die um den Aufstieg in die NRW-Liga mitspielen.« Zumindest hat Hamm jetzt wie Delbrück nach dem dritten Spieltag auch schon zwei Siege auf dem Konto.

Verantwortlich dafür war ein Doppelschlag in der 60. und 66. Minute. Nach einer Stunde gab es eine Ecke für die Gastgeber, die von den Delbrückern zunächst abgewehrt wurde, doch beim zweiten Ball, der in den Strafraum flog, war die Ordnung weg. Ein Hammer stand völlig frei und ließ Michael Joswig per Kopf keine Abwehrchance. Sechs Minuten später zog ein Spieler der Hausherren nach einem langen Zuspiel direkt ab und vom Innenpfosten ging der Ball ins Tor. »Da war die Messe gelesen«, konstatierte ein enttäuschter Beckstedde.

Delbrücker SC: Joswig - Riemer, Hansjürgen, Schröder (70. Sakir), Braune - Kraus, Lübbers - Tumani, Sansar - Fulland (25. Jessen), D'Angelo (82. Grziwotz).

Tore: 1:0 (60.), 2:0 (66.)

Manno trifft beim Comeback

U 23 des SC Paderborn gewinnt mit 2:1 in Gievenbeck

Paderborn (pk). Eine Niederlage zum Auftakt, jetzt zwei Siege in Folge. Nach dem gestrigen 2:1 (1:1) beim Aufsteiger 1. FC Gievenbeck kann die U 23 des SC Paderborn mit dem Start in die Westfalenliga-Saison zumindest teilweise zufrieden sein. »Von den Punkten her ist es okay, aber vor allem fußballerisch sollten wir uns noch deutlich steigern«, sagte Trainer Christoph Müller.

Beim Aufsteiger veränderte er sein Team im Vergleich zur Vorwoche gleich auf fünf Positionen. Einer der fünf Neuen war Nejmeddin Daghfous, der im Hinblick auf das Zweitligateam links in der Viererkette getestet wurde. Ein anderer Novize bestritt sein erstes Spiel seit mehr als sieben Monaten Verletzungspause: Gaetano Manno. »Das war ordentlich, er hat viele Bälle behauptet und war an fast allen gefährlichen Szenen beteiligt«, lobte Müller den Profi. Manno trainierte am Freitag und Samstag mit der U 23 und entschloss sich dann für einen Einsatz. Gut für ihn und gut für das Team, denn der Deutsch-Italiener köpfte nach Flanke von Daghfous noch vor der Pause den Ausgleich, nachdem die Gastgeber bereits in der sechsten Minute per Elfmeter in Führung gegangenen waren. Ein falscher Pfiff, wie Müller meinte: »Ole Siegel soll gefoult haben, aber der Gegner ist einfach ausgerutscht.«

Dennoch machte der Coach keinen Hehl daraus, »dass wir in der ersten halben Stunde gar nicht klargekommen sind«. So war es den tollen Paraden von Nico Burchert zu verdanken, dass die Gäste nicht höher zurücklagen. Auf der Gegenseite vergab Daghfous mit einem Pfostentreffer die Chance zur Führung. In der zweiten Hälfte übernahm der SCP zunehmend die Initiative. Yasin Kocatepe scheiterte zunächst am Torwart, dann vergab Manno nach Flanke des eingewechselten Tobias Runowski per Kopf. So dauerte es bis zur 82. Minute, ehe Eugen Klukin nach einer Ecke von Stefan Parensen per Fallrückzieher in den Winkel traf. Adrian Jevric hatte danach sogar noch das 3:1 auf dem Fuß. Jevric kam erst kurz vor Schluss, da der SCP mit Manno, Daghfous und Burchert beim Anpfiff bereits drei Spieler auf dem Platz hatte, die älter als 23 Jahre sind.

SCP II: Burchert - Siegel, Klukin, Schmik, Daghfous - Brandner, Wezorke (38. Runowski), Neumann, Parensen - Kocatepe (70. Kupitz), Manno (85. Jevric).

Tore: 1:0 (6., Foulelfmeter), 1:1 Manno (39.), 1:2 Klukin (82.)

Erfolgsrezept ist ausbaufähig

Hövelhof schlägt Münster II mit 2:0

Hövelhof (WV). Man könnte meinen, der Hövelhofer SV wäre in der Regionalliga West am besten aufgehoben. Dort spielen bekanntlich gleich zehn Reserve-Teams und exakt solche liegen dem HSV. Nach dem 1:0 gegen Paderborn II schlug der Westfalenligist gestern auch den SC Preußen Münster II - gar mit 2:0 (0:0).

Das Erfolgsrezept, das in beiden Fällen Anwendung fand, lässt trotz der tollen Quote aber Luft nach oben. Parallele Nummer eins ist noch in Ordnung: Wie gegen Paderborn traf auch gegen Münster Jan Welker zum Hövelhofer 1:0. Mit Parallele Nummer zwei indes fängt das Problem an: Marco Kirchhoff rettete gegen Paderborn den Sieg und auch gegen Münster die Null, hatte damit wieder viel zu viel zu tun, als dass Trainer Stefan Weiß neben der Begeisterung für seinen Torwart auch die pure Begeisterung für sein Team verspürte. »Unsere kämpferische Leistung war okay, spielerisch aber muss mehr kommen. Letztlich können wir uns wieder bei Marco bedanken, dass wir die drei Punkte und keinen Treffer kassiert haben«, sagte der HSV-Coach.

Die ersten fünf Minuten gefielen Weiß noch, bekam er da doch eine Chance von Jan Welker und eine von Hendrik Schäfers zu sehen. In der Folgezeit aber war Münster ebenso überlegen wie Paderborn zwei Wochen zuvor. »Wir haben dann nicht mehr Fußball gespielt, größtenteils sogar ängstlich gewirkt und den Preußen Riesen-Räume angeboten«, sagte der Coach. Keeper Kirchhoff sorgte dafür, dass sich die Unterlegenheit nie im Ergebnis widerspiegelte. Stürmer Welker konterkarierte das ganze Geschehen schließlich, indem er nach einem (Mini-)Foul an Manuel Mückenhaupt per Elfmeter zur Hövelhofer Führung traf (54.). »Die war zu dem Zeitpunkt sicher glücklich«, gab Weiß mit dem Wohlwollen eines Siegers zu. Der HSV hatte aber nicht nur Glück. Erst sah Marcel Wenkemann Gelb-Rot (60.), dann musste Torschütze Welker mit einer Knieverletzung vom Feld (65.). Den nächsten Einsatz Fortunas zum Wohle der Gastgeber provozierten diese dann immerhin redlich. Manuel Mückenhaupt setzte den Preußen-Schlussmann so unter Druck, dass der in seiner Hektik über den Ball schlug und dem Hövelhofer das 2:0 schenkte (74.). Den Rest - in Form von zwei weiteren Glanztaten - besorgte der Verlässlichste. Kirchhoff hielt zwei Mal stark und brachte die Preußen, die in den 270 Minuten dieser Westfalenliga-Saison noch nicht ein einziges Tor erzielt haben, um die letzten Hoffnungen. Wie gehabt. An selber Stelle hatte er vor 14 Tagen schon die Offensivkräfte der Paderborner Reserve verzweifeln lassen.

Hövelhofer SV: Kirchhoff - Schäfers (67. Jallow), Kleinegrauthoff, Thieschnieder, Malena - Wenkemann, Meier - Zimmermann, Urban, Welker (65. Reischke) - Mückenhaupt (75. Brandy).

Gelb-Rot: Wenkemann (60.)

Tore: 1:0 Welker (54./Foulelfmeter), 2:0 Mückenhaupt (74.)

FCG steht neben sich

Wiebusch trifft in Neuenkirchen erst kurz vor Schluss zum 2:2

Neuenkirchen (WB). Nach dem glanzvollen 5:2-Erfolg gegen Spexard sind die Fußballer des FC Gütersloh nach dem zweiten Spiel wieder auf dem Boden der Tatsachen. Durch den späten Ausgleich reichte es für den Westfalenligisten bei SuS Neuenkirchen immerhin zu einem 2:2 (1:0).

Neben den harmlosen Angriffsbemühungen hakte es beim FCG besonders in der Defensive. Neuenkirchens Angreifer standen in der Anfangsviertelstunde zweimal frei vor Alexander Opitz. Bis zur 25. Minute bügelte der FCG-Torhüter zwei weitere Fehler seiner überforderten Vorderleute aus.

Wie aus dem Nichts gelang anschließend auch den Gästen ein gefährlicher Angriff. Serdar Erdogmus bediente Raffaele Wiebusch, der im Duell mit SuS-Keeper Tim Klingbeil am linken Pfosten scheiterte. Marc Birkenhake, der für den verletzten Christian Zodrow in die Startelf rückte, scheiterte im Nachschuss.

Das Team von Trainer Dirk Flock schien nun endlich ins Spiel zu finden. Doch fast im Gegenzug traf SuS-Stürmer Rafael-Goacalo Figueiredo zum 1:0. Der Schuss aus etwa 20 Metern schlug fast in der Tormitte ein - die einzige Situation, in der Opitz patzte.
Nach dem Wechsel gelang zunächst erneut den Gastgebern die erste sehenswerte Aktion. Aber schon nach fünf Minuten köpfte Maximilian Heinrich nach einem Wiebusch-Freistoß aus dem linken Halbfeld zum Ausgleich ein.

Immer druckvoller drängten Warweg und Co. auf die Wende. Aber wenig später jubelte wieder Schwarz-Weiß. In der 66. Minute traf erneut Figueiredo. Die beste Ausgleichschance für Gütersloh vergab Erdogmus nur sechs Minuten später, als er nach einer Flanke von Stefan Kretschmer einen Meter vor der Torlinie überraschend an den Ball kam, das Leder aber nicht mehr gefährlich auf das SuS-Tor bringen konnte.

Die Erlösung feierte Gütersloh in der 89. Minute: Raffaele Wiebusch nutzte einen Fehler der Neuenkirchener Abwehr und traf zum Ausgleich. »Heute stimmte gar nichts. Wir standen komplett neben uns«, bilanzierte FCG-Trainer Dirk Flock. Vor allem in den Zweikämpfen und im Spielaufbau vermisste er den nötigen Einsatz.

Einige FCG-Anhänger sorgten vor dem Anpfiff für einen Polizei-Einsatz. Ordner untersagten ihnen, sich auf der Haupttribüne niederzulassen. Als die Gruppe den Weg über das Spielfeld suchte, alarmierte der Ordnungsdienst die Polizei. Die zwölf Beamten verwarnten die FCG-Fans mündlich, beobachteten sie bis Spielschluss, mussten nicht mehr eingreifen.

SuS Neuenkirchen: Klingbeil - Haverkamp, Osterhaus, Wensing, Schulz - Schmidt, Kaplan (90. Omerovic), Brüning, Reckels (81. da Costa) - Bußmann, Figueiredo (79. Haarmann).

FC Gütersloh 2000: Opitz - Kretschmer (80. Eckel), Heinrich, Brinkmann, Eggert - Plucinski, Becker (80. Önen), Birkenhake (58. Basdas) - Warweg, Erdogmus - Wiebusch.

Schiri: Jürgen Meller (Everswinkel).

Gelbe Karten: Wensing (10.), Brüning (59.), Bußmann (63.) - Birkenhake (30.), Warweg (55.), Wiebusch (75.).

Die Tore

1:0 Rafael-Goacalo Figueiredo (42.). Der 20-Meter-Knaller ist unpräzise geschossen. Obwohl sich der Ball wegdreht sieht Alexander Opitz schlecht aus.

1:1 Maximilian Heinrich (50.). Der Verteidiger steht nach einem Wiebusch-Freistoß aus etwa 25 Metern genau richtig und köpft aus kurzer Distanz ein.

2:1 Rafael-Goacalo Figueiredo (66.). Der Torschütze läuft frei auf Opitz zu und schiebt den Ball sicher links unten ein.

2:2 Raffaele Wiebusch (89.). Die SUS-Abwehr kann den Ball nicht klären. Wiebusch schaltet am schnellsten.

Zwei starke Momente reichen

TuS Dornberg gewinnt verdient mit 2:0 beim VfB Fichte

Bielefeld. Sechs Punkte hat der TuS Dornberg dem VfB Fichte in der vergangenen Saison überlassen. Trotzdem wurden die „Besten im Westen“ Ligafünfter mit starken 58 Zählern. Nimmt man den gestrigen 2:0-Derbyerfolg der Dornberger, um auf den Zieleinlauf zu schließen, scheint in dieser Saison mehr, wenn nicht gar Maximales möglich.

TuS-Trainer Mario Ermisch wird bei all zu optimistischen Prognosen schnell warnend den Zeigefinger heben. Mit dem Ergebnis, nicht aber mit der Spielweise seiner Schützlinge war er an seiner früheren Wirkungsstätte zufrieden. „Wir haben dieselben Fehler wie letztes Jahr gemacht und uns vom VfB Fichte aus dem Rhythmus bringen lassen“, kritisierte Ermisch. Verärgert kommentierte er vom Spielfeldrand die eher untauglichen Versuche seiner Elf, die Abwehr der Gastgeber mit weit und hoch geschlagenen Bällen überlisten zu wollen. Konstantin Beckmann und Co. standen sehr kompakt in der Deckung und machten – wie ihnen von ihrem Trainer geheißen – die Räume für die spielstarken Dornberger eng, so dass es kaum Torszenen gab. So neutralisierten sich beide Teams abgesehen von einem Pfostentreffer (9.) Gökhan Gebedeks 40 Minuten lang und boten den 350 Zuschauern ein eher langweiliges Derby.

Aber kaum ließen die Dornberger ein erstes Mal ihre Qualitäten aufblitzen, lagen sie auch schon in Front. Ein schönes Zusammenspiel mit Ugur Pamuk schloss Patrick Reinsch in der 41. Minute eiskalt zur Halbzeitführung ab und sorgte damit für Erleichterung beim TuS-Anhang um Bertelsmann-Chef Hartmut Ostrowski. Die jüngsten Derbyerfahrungen hatten die Dornberger bescheidener werden lassen. „Gegen den VfB Fichte müssen wir nicht schön spielen, wir müssen nur gewinnen“, sagte Hans-Werner Freese zur Pause. Der TuS-Manager dürfte sein Team fünf Minuten nach Wiederbeginn auf Kurs gesehen haben.

Nachdem Ugur Pamuk (50.) das 2:0 für Dornberg erzielt hatte, hätte wohl nur noch der unerschütterliche Optimist „Crispi“ Gliniars auf einen Sieg seines VfB Fichte gewettet. Doch dafür war die erstmals mit Ibrahim Cissé und Tobias Kutz, aber ohne Davor Ilic (Zweifel an der Spielberechtigung), Serdar Öksüz (Nasenbeinbruch) und Julian Hesse (Bänderdehnung) angetretene Rußheide-Elf in der Offensive zu harmlos und selbst die bisher beste Saisonleistung zu wenig. „Wir haben uns nicht schlecht verkauft, aber wenn man sich keine Chancen erspielt, dann kann man auch nicht gewinnen. Das ist halt der Qualitätsunterschied“, gestand Marc Sawkill die Überlegenheit der Gäste ein.

Diese stellten im weiteren Spielverlauf immer mal wieder ihr individuelles Potenzial, das der Verband jetzt erstmals mit der Nominierung von Mario Bertram und Lennart Madroch in die Westfalenauswahl honorierte, unter Beweis. So sorgte der eingewechselte Ilhami Karabas über den rechten Flügel für Gefahr und scheiterte in einer Szene an Holger Peterhanwahr.

Am Ende blieb es beim 0:2, und die Schere zwischen den wohltuend fair agierenden Derbykontrahenten geht weiter auseinander. Null Punkte für den Tabellenletzten VfB Fichte und neun für den Ersten Dornberg. Eine Momentaufnahme, die nur die Gäste bewahren wollen.

VfB Fichte: Peterhanwahr – Gerke, Kutz, Beckmann, Schwesig – Gebedek (80. Stelberg), Scardino, M. Bobaj, Dalmis (61. Özsalih) – Cissé, Altunsaban (80. Smith).

TuS Dornberg: Schönwälder – Atasayer, Bertram, Adis Hasic, Hill – Siek – Pamuk, S. Bobaj, Block (59. Theermann), Reinsch (72. Karabas) – Williams (88. Allert).

Tore: 0:1 Reinsch (41.), 0:2 Pamuk (50.)

Gelb-Rot: M.Bobaj (85.)   -   Zuschauer: 350

VfB Fichte braucht Zeit und Erfolge

FUSSBALL: Findungsphase läuft noch

Bielefeld (pep). Die Stimmung unter den Derby-Gastgebern war verständlicherweise gedrückt. „Jetzt die Tabelle anzuschauen, macht keinen Spaß“, meinte Konstantin Beckmann, wohl wissend, dass sein Team nach wir vor das Schlusslicht der Westfalenliga bildet.

Der Verteidiger, der gegen den TuS Dornberg einer der besten VfB-Fichte-Akteure war, hält es wie sein Trainer und fordert für die nächsten Aufgaben: „Wir brauchen mal ein Erfolgserlebnis.“ Darüber hinaus teilt Beckmann eine weitere Ansicht mit Mark Sawkill. „Ich denke, dass wir es besser können. Wir müssen uns jetzt finden, schließlich hat es einen großen personellen Umbruch gegeben.“

Der Findungsprozess beim Team von der Rußheide ist noch nicht abgeschlossen. Kann er auch nicht sein, bedenkt man, dass gestern mit Tobias Kutz und Ibrahim Cissé zwei der zahlreichen Neuzugänge zum ersten Mal in der Startelf standen. Beide hatten noch rechtzeitig die Freigabe für das Derby bekommen, auch wenn es bei Cissé wegen eines falschen Formulars vom türkischen Fußballverband, bei dem er als Profi gemeldet war, zunächst Probleme gegeben hatte. Cissé muss sich nun an seinen Partner Ismail Altunsaban, der noch nicht seine Bestform hat, gewöhnen, während Tobias Kutz erst einmal länger Pause hat: Er hält sich bis Dezember in Kanada auf.

Mit Kampfkraft und Kirchhoff

HÖVELHOFER SV: Ein starker Keeper und Tore von Welker und Mückenhaupt sichern Sieg über Münster

Hövelhof. Es war keine spielerische Offenbarung, aber auch über den Kampf kann man drei Punkte einfahren. So macht es derzeit der Fußball-Westfalenligist Hövelhofer SV. Im Heimspiel gegen Preußen Münster II gewann die Mannschaft von Trainer Stefan Weiß mit 2:0 (0:0).

„Wir können uns auch bei Marco bedanken.“ Stefan Weiß hebt nicht oft einen Spieler gesondert hervor. Torwart Marco Kirchhoff hatte es sich nach 90 Minuten allerdings redlich verdient. Besonders in Halbzeit eins musste der Schlussmann Schwerstarbeit verrichten.

Nach 30 Sekunden vergab der HSV durch Welker und Schäfers eine Doppelchance und war danach in der Offensive nicht mehr zu sehen. Münster hatte die bessere Spielanlage und die besseren Chancen. Landete ein erster Schussversuch noch am Außenpfosten (7. Min.), musste Kirchhoff wenig später schon ernsthaft eingreifen (22.).

Auch in der Folgezeit stand der Sommerneuzugang im Blickpunkt. Doch weder per Weitschuss (31./41.) noch aus kurzer Distanz war der DSC-Keeper zu überwinden (43.). „Wir waren in der Phase zu weit weg und sind bei eigenem Ballbesitz nicht nachgerückt“, so Weiß. Trotzdem hätte auch der HSV vor der Pause in Führung gehen können. Urban nahm eine Flanke von Welker volley, scheiterte aber am Gästetorwart (45.).

Am Spielgeschehen änderte sich rein optisch nach der Pause nichts. Aus Sicht der Hövelhofer aber glücklicherweise am Ergebnis. Urban hatte auf Mückenhaupt durchgesteckt, der im Strafraum zu Fall kam. Der Unparteiische pfiff Elfmeter und Welker verwandelte vom Punkt zum 1:0 (54.).

Ruhe brachte das dem HSV nicht, denn Wenkemann sah innerhalb von drei Minuten zweimal Gelb und musste mit der Ampelkarte runter (60.). Münster rannte an – und wurde von Kirchhoff gestoppt (65.).

Doch die Gäste hatten auch noch ein Geschenk dabei. Auf dem vom Dauerregen nassen Boden rutsche dem Münsteraner Torwart der Ball vom Fuß und Mückenhaupt schob dankend zum 2:0-Endstand ein (73.). „Ich habe darauf spekuliert, weil so etwas bei dem Wetter immer passieren kann“, freute sich der Schütze über seinen Coup.

HSV: Kirchhoff - Malena, Thieschnieder, Kleinegrauthoff, Schäfers (67. Amadou) - Zimmermann, Meier, Wenkemann, Urban, Welker (63. Reischke) - Mückenhaupt (79. Brandy).

Drei Punkte verloren und Fulland verletzt

DELBRÜCKER SC: Unnötige 0:2-Niederlage bei der Hammer Spielvereinigung

Delbrück (MH). Der Delbrücker SC hat seine weiße Weste eingebüßt. Beim Oberliga-Absteiger Hammer SpVg kassierte die Mannschaft von Trainer Alfons Beckstedde ihre ersten beiden Gegentore und verlor mit 0:2. „Es war klar, dass die Mannschaft gewinnt, die das erste Tor macht. Das waren leider nicht wir“, resümierte Beckstedde. Der Coach war mit dem Auftritt seines Teams insgesamt zufrieden und auch Hamm hätte sich über eine Punkteteilung nicht beschweren dürfen. Wenn da nur nicht die eine Delbrücker Unachtsamkeit in der 65. Minute gewesen wäre.

Nach einer Ecke für Hamm, die der DSC abblocken konnte, lösten sich gleich drei Spieler aus dem Defensivverbund, um einen Spieler der Gastgeber zu attackieren. Folglich stand ein Angreifer in der Mitte frei und köpfte zum 0:1 ein. „Das ist ärgerlich, weil wir bis dahin sehr kompakt gestanden und sich beide Seiten neutralisiert haben“, so Beckstedde.

Der DSC zeigte besonders in der ersten Halbzeit gute Ansätze, scheiterte aber oftmals am finalen Pass. Somit bleibt eine Verletzung aus Delbrücker Sicht leider die einzig erwähnenswerte Szene in der ersten Halbzeit.

Nach 20 Minuten wurde Kapitän Fulland von seinem Hammer Gegenspieler so unglücklich getroffen, dass er sich das Schlüsselbein brach und ins Krankenhaus musste. „Er wird uns wochenlang fehlen. Das trifft uns hart“, sagte Beckstedde. Der Rest ist schnell erzählt: Delbrück fand nach dem Rückstand nicht mehr ins Spiel zurück und Hamm nutzte eine weitere Gelegenheit mit einem Distanzschuss zum 2:0-Endstand.

„Läuferisch und kämpferisch war es in Ordnung. In der Westfalenliga muss man aber in jeder Situation konzentriert bleiben“, ärgerte sich Beckstedde, „dann wäre ein Punkt drin gewesen.“

DSC: Joswig - Riemer, Schröder (76. Sakir), Hansjürgen, Braune - Sansar, Kraus, Lübbers, Tumani, Fulland (20. Jessen), - D’Angelo (82. Grziwotz).

Eugen Klukin mit Traumtor

SC PADERBORN II: 2:1-Sieg bei Manno-Comeback

Paderborn (MH). Drei Punkte, ein Traumtor und ein gelungenes Comeback. Für die U23 des SC Paderborn 07 hat sich die Fahrt zum 1. FC Gievenbeck gelohnt. Das Team von Trainer Christoph Müller gewann mit 2:1 (1:1).

„Es war ein schmutziger Sieg, den wir uns hart erarbeiten mussten“, so Müller. Was er damit meint, lässt sich aus der Anfangsphase ablesen. In dieser hatte der SCP, bei dem Manno sein Comeback nach einem Kreuzbandriss feierte, Probleme und geriet nach einem Foulelfmeter in Rückstand (6.).

Erst nach zehn Minuten konnte sich Paderborn befreien. Profileihgabe Nejmeddin Daghfous flankte auf Manno und der deutete erstmalig an, dass er von seiner Gefährlichkeit nichts eingebüßt hat. Scheinbar unbemerkt von Gievenbeck, denn kurze Zeit später flankte Daghfous wieder auf Manno und der köpfte zum 1:1 ein (28.). „Er hat sich gut bewegt und sich in den Zweikämpfen behauptet“, sagte Müller. Worte, die auch SCP-Cheftrainer Andre Schubert freuen dürften. Nach der Pause kam Paderborn deutlich besser aus der Kabine. Kocatepe (47.) und Manno (49.) verpassten die Führung.

Auch Gievenbeck spielte weiter mit, so dass sich SCP-Torwart Burchert ebenfalls auszeichnen konnte (58.). Nachdem Manno eine weitere Chance vergeben hatte, lief „laut Müller alles auf ein Unentschieden hinaus.“

Nur Klukin hatte etwas dagegen. Nach einer Ecke stoppte er den Ball mit der Brust und schoss ihn per Fallrückzieher zur 2:1-Führung in den Winkel (82.). Gievenbeck warf alles nach vorne, doch Burchert behielt die Nerven (88.) und der SCP die drei Punkte.

SCP: Burchert - Siegel, Klukin, Schmik, Daghfous - Brandner, Wezorke (38. Runowski), Neumann, Parensen - Kocatepe (70. Kupitz), Manno (85. Jevric).

Raffael Wiebusch gleicht in der 89. Minute aus

Westfalenligist FC Gütersloh rettet nach ganz schwacher 1. Halbzeit noch einen Punkt in Neuenkichen

Neuenkirchen. Fußball-Westfalenligist FC Gütersloh durfte sich gestern nach seinem zweiten Saisonspiel bei SuS Neuenkirchen angesichts einer im ersten Abschnitt sehr schwachen Leistung über ein schmeichelhaftes Remis freuen. Raffael Wiebusch rettete den Punkt mit seinem Treffer zum 2:2-Endstand in der 89. Minute.

„Wir haben vor allem vor der Pause neben uns gestanden, aber zum Glück nur ein Tor kassiert.“ Für Coach Dirk Flock war der FC Gütersloh dem eigenen Anspruch, „vernünftig Fußball spielen“, zu lange nicht gerecht geworden. Immerhin müssen die Gütersloher deshalb keine Revanche für einen Kantersieg befürchten. Die wird im Vereinslied von SuS Neuenkirchen nämlich in der letzten Strophe angedroht: „Und haut ihr uns ’ne Packung drauf, ihr kriegt ’se wieder, verlasst euch drauf.“

Dafür müssen sich die mit einem 5:2-Auswärtssieg beim SV Spexard gestarteten Gütersloher bei ihrem Torhüter Alexander Opitz bedanken, dass sie nur im Dauerregen und nicht auch noch im Torhagel gestanden haben. Opitz holte sich gegen die völlig frei aus kurzer Entfernung auf sein Tor zielenden Patrick Schulz (16.) und Nail Kaplan (17./19.) früh die notwendige Sicherheit, um auch beim scharf geschossenen Freistoß von Raffaele Figueiredo (34.) blitzschnell reagieren und den eigentlich fälligen Rückstand verhindern zu können. Seine Vorderleute fanden derweil nie zu einem geordneten Spielaufbau. Das lag auch am kurzfristigen Ausfall von Christian Zodrow. Der Spielmacher beklagte nach dem Aufwärmen Wadenbeschwerden.

In der zentralen Defensive hatten FCG-Spielführer Tim Brinkmann und Maximilian Heinrich große Schwierigkeiten, hinter den flinken Neuenkirchener Stürmern Raffaele Figueiredo und Nail Kaplan herzukommen. Folgerichtig erzielte Figueiredo ungehindert das verdiente 1:0 (42.) für die Gastgeber.

Der Gütersloher Offensive fehlte zunächst jede Durchschlagskraft. Auch bei Lennard Warweg lief lange nichts. Dann landete ein Schuss (38.) von ihm am linken Außenpfosten und in der 49. Minute gelang ihm eine Torvorlage, als sein scharf getretener Freistoß erst auf dem Kopf von Heinrich und dann zum 1:1 im Neuenkirchener Kasten landete.

Angesichts der dann folgenden Neuenkirchener Dominanz wirkte es am Ende aber trotzdem fast schon sensationell, dass der FC Gütersloh noch den Ausgleich schaffte. Neben dem 2:1 durch Figueiredo (68.) hatten die Hausherren auch noch einen Lattentreffer von Simon Brüning zu verzeichnen gehabt. Kurz vor Schluss gelang es Serdar Erdogmus indes, sich auf Rechtsaußen einmal gegen Patrick Wensing durchzusetzen und Wiebusch zum Ausgleichstreffer aufzulegen (89.).

SuS Neuenkirchen: Klingbeil – Wensing, Haverkamp, Schulz, Osterhaus – Reckels (84. Goncalves da Costa), Figueiredo (79. Haarmann), Kaplan (90. Omerovic), Brüning, Schmidt – Bußmann.

Im Aufgebot: Rieps (Tw), Fleddermann, Wessels.

FC Gütersloh: Opitz – Eggert, Heinrich, Brinkmann, Kretschmer (84. Eckel) – Plucinski, Becker (84. Önen) – Erdogmus, Warweg, Birkenhake (68. Basdas) – Wiebusch.

Im Aufgebot: Müller (Tw), Duda, Aydin.

Zuschauer: 300

Schiedsrichter: Jürgen Meller (Everswinkel) hatte keine Mühe, die weitestgehend faire Partie zu leiten.

Gelbe Karten: Bußmann – Plucinski, Warweg.

Eckenverhältnis: 3:3 (3:1)

Chancenverhältnis: 9:8 (5:2)

1:0 (42.) Raphael Figueiredo; der beste Spieler auf dem Platz lässt sich von Stephan Eggert und Tim Brinkmann nicht daran hindern aus 22 Metern mit links abzuziehen und den zu weit vor seinem Gehäuse postierten Alex Opitz zu überwinden.

1:1 (49.) Maximilian Heinrich; einen von Lennard Warweg scharf getretenen Freistoß von halbrechts verlängert Heinrich per Kopf ins Tor.

2:1 (68.) Raphael Figueiredo; in der Manier eines Klassetorjägers tanzt Figueiredo die gesamte FCG-Deckung aus.

2:2 (89.) Raffael Wiebusch; nach toller Vorarbeit von Rechtsaußen Serdar Erdogmus knallt der Stürmer das Leder aus kurzer Distanz in die Maschen – sein 4. Saisontreffer.

1. FC Gievenbeck

Der Lohn bleibt aus

MÜNSTER Viel investiert und wieder nichts gewonnen. Der 1. FC Gievenbeck muss sich nach der 1:2-Niederlage gegen die Zweitvertretung des SC Paderborn weiter gedulden. Doch spielt das Team von Maik Weßels weiter in dieser Form, sind die ersten Punkte nur eine Frage der Zeit.

„Das Ergebnis ist zwar enttäuschend, aber unsere heutige Leistung sollte den Jungs das nötige Selbstbewusstsein für die kommenden Aufgaben geben“, bilanzierte ein zufriedener FCG-Coach Weßels nach dem zweiten Heimspiel der Saison.

Gegner mit drei Zweitligaspielern

Gegen die Aufstiegsaspiranten vom SC Paderborn II, bei denen drei aushelfende Zweitliga-Kicker den Unterschied ausmachten, zeigte sich Gievenbeck einsatzfreudig und angriffslustig. Es dauerte nur sieben Minuten ehe der Gastgeber sein erstes Tor der Westfalenliga-Historie feiern durfte: Christian Keil wurde bei der Sicherung des Balles im gegnerischen Strafraum elfmeterreif gefoult. Vom Punkt traf Timm Barkam, der für Michael Fromme in die erste Elf gerückt war.

Noch in der Anfangsphase hätte der Aufsteiger nachlegen müssen: Erst verpasste Keil eine Barkam-Hereingabe am zweiten Pfosten (9.), dann missglückte Jens Könemann die Krönung der schönsten FCG-Kombination des Spiels. Sein Kopfball nach erneuter Barkam-Flanke strich um Zentimeter am Kasten vorbei. „Die Chancenausbeute muss optimiert werden“, benannte Weßels einen seiner Kritikpunkte.

Gievenbeck kämpferisch sogar stärker

Und wer zu viele Chancen auslässt, den bestraft bekanntlich das Leben. Den Ausgleich brachte die individuelle Klasse zweier Profis: Nejmeddin Daghfous flankte unbedrängt, Manno verwertete das haargenaue Zuspiel per Kopf aus zehn Metern zum 1:1 (28.).

Paderborn hatte nun Aufwind, Daghfous traf aus der Distanz den Pfosten (40.), doch Gievenbeck hielt bis zur Pause taktisch und technisch mit – kämpferisch waren sie sogar das bessere Team.

Zweite Hälfte mit Höhen und Tiefen

Nach dem Wechsel kontrollierten die favorisierten Gäste das Geschehen, jedoch nicht sonderlich durchschlagskräftig. Gievenbeck verlor die spielerische Linie, schlug viele Bälle nur noch raus und kam somit in Bedrängnis.

Gerade als sich die Weßels-Truppe wieder gefangen hatte, kam der Schock: SCP-Innenverteidiger Eugen Klukin besiegelte mit einem famosen Fallrückzieher-Tor (82.) die fünfte Pflichtspiel-Pleite in Serie für den FC Gievenbeck.

Weßels zufrieden

„Das System ist absolut aufgegangen. Wir haben auch die nötige Kompaktheit gehabt und gute Zweikampfbilanzen. Das Spiel war absolut positiv – bis auf das Ergebnis eben. Das ist natürlich enttäuschend für die Jungs nach so einer Leistung“, lobte Weßels sein Team trotz anhaltender Punktlosigkeit.

FCG: Schulze-Marmeling - H. Könemann, Westphal, Steinkamp, Weitz (85. Fromme) - Keil, M. Knemeyer, Bonnekessel, Barkam (82. Wellermann) - J. Könemann - Daldrup (71. Leifken).

Tore: 1:0 Barkam (7., FE), 1:1 Manno (28.), 1:2 Klukin (82.)

Gievenbeck verkauft sich teuer - verliert aber 1:2

MÜNSTER Der 1. FC Gievenbeck bleibt weiter ohne Punkt. Gegen die favorisierte Reserve vom SC Paderborn, verstärkt mit vier Akteuren aus der zweiten Liga, lieferten die Mannen von FCG-Trainer Maik Weßels aber ein beherztes Spiel. Erst acht Minuten vor dem Ende sorgte ein herrlicher Fallrückzieher für die Entscheidung. Dennoch tankte der Liga-Neuling einen großen Schuss Selbstvertrauen. Die Partie in allen Einzelheiten können Sie in diesem Ticker nachlesen.

Westfalenliga 1

1. FC Gievenbeck - SC Paderborn II     1:2 (1:1)

Tore: 1:0 Barkam (7./FE), 1:1 Manno (28.), 1:2 Klukin (82.)

90. Min.: Der lange Hafer des FCG bringt keinen weiteren Treffer. Die Partie ist vorbei, die Niederlage gegen den Favoriten sollte aber dennoch Selbstvertrauen geben.

82. Min.: Die individuelle Klasse von Eugen Klukin macht den Unterschied: Eine Annahme mit der Brust und dann aus 12 Metern per Fallrückzieher in die Maschen. Ein wunderschöner, aus FCG-Sicht aber äußerst bitterer Treffer.

69. Min.: Gievenbeck hat sich wieder organisiert, Paderborn hat keine weiteren Chancen. Die Partie ist auch vom Spielverlauf wieder offen.

50. Min.: Der FC operiert fast nur noch mit langen Bällen. Die Paderborner fahren nun einen Angriff nach dem anderen.

46. Min.: Die Paderborner lassen gleich einen Warnschuss ab: Yasin Kocatepe verfehlt das Tor aber aus 17 Metern.

46. Min.: Es geht weiter, der FCG bastelt weiter an einer Überraschung.

45. Min.: Die Pause kommt für den FC zur rechten Zeit. Der Druck des SCP nahm minütlich zu.

40 Min.: Paderborn drängt nun auf den zweiten Treffer. Doch der Pfosten steht Daghfous im Weg.

28. Min.: Geballte Zweiliga-Power erzielt den Ausgleich: Nach einer Flanke von Nejmeddin Daghfous köpft der kleine Manno ein. Patrick Westphal sah in seinem Zweikampf gegen Manno nicht gut aus, hätte den Kopfball verhindern können.

16. Min.: Gievenbeck kontert schnell und ansehnlich: Wieder flankt Barkam, diesmal köpft Jens Könemann den Ball nur Zentimeter neben den rechten Pfosten.

11. Min.: Fast wäre die Partie wieder ausgeglichen. Gaetano Manno, einer von vier Kräften aus der zweiten Liga, kommt aus kurzer Distanz zum Abschluss. Doch FCG-Keeper Kieran Schulze-Marmeling reagiert glänzend.

9. Min.: Und nochmal der FC: Timm Barkam deht über rechts und flankt den Ball in den Strafraum. Christian Keil verpasst den Ball am langen Pfosten nur haarscharf.

7. Min.: Die Kugel zappelt im Netz. Timm Barkam verwandelt sicher. Der Underdog führt.

6. Min.: Gievenbeck erwischt einen guten Start und wird prombt belohnt: Nach einem Foul an Christian Keil zeigt der Schiedsrichter auf den Punkt.

15 Uhr: Es geht los. Schafft der FCG ausgerechnet gegen den SCP II die Trendwende?

Vor dem Spiel: Gievenbeck wird in ähnlicher Formation wie zuletzt bei der 0:1-Niederlage gegen den Delbrücker SC antreten. In der individuellen Klasse wird der Gastgeber jedoch kaum einen einen Stich sehen. Trainer Maik Weßels will gegen den SCP besonders das Zweikampfverhalten seiner Truppe in Augenschein nehmen.

SC Preußen II

U 23 weiter ohne Punkt und Tor

MÜNSTER 270 Minuten haben sich die U 23-Kicker des SC Preußen nun schon an einem Torerfolg versucht. Bislang vergeblich. Auch bei der 0:2 (0:0)-Pleite beim Hövelhofer SV blieb der Westfalenligist zu harmlos vor dem gegnerischen Kasten.

Null Punkte, null Treffer – der Einstand von Arne Barez läuft schlecht. „Wir waren gleichwertig“, so der Trainer. Die Hausherren starteten druckvoll, doch nach wenigen Minuten war Münster drin im Spiel. Michael Seifert (24.) hatte das 1:0 auf dem Fuß. Das fiel kurz nach der Pause aber für Hövelhof. Manuel Dieckmann foulte und Jan Welker verwandelte den Strafstoß (51.).

Nun drängte der SCP in Überzahl (Ampelkarte gegen Marcel Wenkemann), doch Timo Woltering, Seifert und Marcel Lopez Wismer scheiterten. Stattdessen lud Münsters Abwehr die Hausherren zum 2:0 (70.) durch Manuel Mückenhaupt förmlich ein.

SCP: Otte - Dieckmann, Lopez Wismer, Quabeck, Nas - Woltering (74. Holtkamp), Ertugrul (40. Sehrbrock) - Koopmann, Islak - Seifert, Kilabaz (46. Gatzke).

Tore: 1:0 (51./FE) Welker, 2:0 (70.) Mückenhaupt

Gelb-Rot:  Wenkemann (Hövelhof/57.).

SV Dorsten-Hardt

Auf der Hardt fehlten nur die Tore

HARDT Das war ein Spiel ganz nach dem Geschmack der 200 Zuschauer an der Storchsbaumstraße. Das Einzige was in den rassigen 90 Minuten zwischen dem SV Hardt und dem FC 96 fehlte, waren die Tore.

Über die Qualität des Spiels konnte es keine zwei Meinungen geben. Auf dem vom Regen tiefen und von Pfützen übersäten Rasen, boten beide Teams eine tolle spielerische und auch kämpferische Vorstellung. Man muss sicher nicht eine Hardter Brille aufgehabt haben, um eine deutliche Überlegenheit der Platzherren zu konstatieren. Recklinghausen hatte aber auch seine Chancen.

Die Hardter brauchten gestern keine Einspielzeit, sondern waren sofort auf Betriebstemperatur. Der FC 96, im letzten noch Fünfter in der anderen Gruppe, schien Anfangs sehr überrascht von den Qualitäten der Gastgeber zu sein. Der einzige Vorwurf, den sich die Hardter machen lassen müssen, ist der, dass sie die Torchancen nicht genutzt haben.

Fünf Hochkaräter

Davon gab es in der ersten Halbzeit fünf Stück, die man auch als Hochkaräter bezeichnen musste. Nach neun Minuten stand Andreas Kauschat nach schönem Zuspiel von Sven Potthast frei vor dem Tor, zog aber am linken Pfosten vorbei. Zwei Minuten fast die identische Szene und erneut mussten die Hardter Fans den Torschrei herunterschlucken. Auch in der 14 Minute war Kauschat beteiligt. Der erneut sehr gut spielende Pascal Vasic tankte sich rechts durch, doch Kauschat verpasste die Flanke nur knapp.

Der FC 96 hatte Probleme sich zu befreien. Falls die Recklinghäuser mal über die Mitte kamen, war die kompakte Hardter Abwehr zu Stelle. Auf der anderen Seite trat nun Sven Potthast in Erscheinung. Zuerst verpasste er aus 18 Metern das Tor (28.) und kurz darauf traf er den Pfosten. Mit dem Pausenpfiff mussten die Hardter aber tief Durchatmen als Casary Liedtke den Ball an die Latte setzte.

Auch die zweite Halbzeit begann mit einer Großchance für die Recklinghäuser. Die Partie war nun ausgeglichener, aber nicht minder intensiv. Im Mittelfeld ging es bei den Zweikämpfen so richtig zur Sache, und auch wenn die Partie sehr viel Kraft kostete, war das Tempo immer hoch.

Abwehr im Bilde

Der Aufsteiger hatte zwar noch zwei gute Möglichkeiten. Sven Potthast stand frei vor dem Kasten, zögerte aber zu lange mit dem Schuss. Zwei Minuten vor dem Ende köpfte Matthias Müller knapp über das Tor. Der FC 96 war nicht ungefährlich, im entscheidenden Augenblick waren die Hardter Verteidiger aber einen Schritt schneller und hielten auch im dritten Spiel in Folge das Tor sauber.

Hardt: Schröder, Ewald, de Manna, Müller, Kauschat (83. Kara), Klöckner, Potthast, Damnitz, Vasic (85. Knake), Scheuch (28. Heimath), Koschollek).

Tore: Fehlanzeige

SuS Neuenkirchen

Spätes 2:2 verhindert ersten SuS-Dreier

NEUENKIRCHEN Ein krasser Abwehr-Aussetzer in der 89. Minute kostete den SuS am Sonntag den ersten Saisonsieg. So trennten sich Neuenkirchen und der FC Gütersloh 2:2 (1:0). Die Gastgeber warten auch nach dem dritten Spiel auf den ersten Dreier.

Und der war so verflixt nah. „Wir müssen eine dieser beiden Chancen einfach reinmachen“, sagt Rafael Figueiredo nach der Partie. „Dann steht es 3:1 und wir können uns entspannen.“

Er meint die beiden Szenen kurz vor Schluss. Die erste hat Nail Kaplan (88.), der – statt direkt aufs Tor zu gehen und abzuziehen – nach innen kurvt und den Ball verliert. Die zweite hat der eingewechselte Nelson da Costa (89.), der den Ball kläglich aus sechs Metern am langen Pfosten vorbei schiebt. Das wird im Fußball bestraft. Im Gegenzug segelt ein langer Pass in den SuS-Sechzehner, die Situation ist eigentlich geklärt. Aber Haverkamp schießt Mitspieler Wensing an, von dem prallt die Kugel ab und vor die Füße von Wiesbusch, der aus fünf Metern zum 2:2 ins kurze Eck trifft. Und so den SuS bitter bestraft.

Flatterball zum 1:0

Wie man das richtig macht, das mit dem Toreschießen, das hatte zuvor zweimal Rafael Figueiredo gezeigt. In der 43. Minute zog er aus 27 Metern einfach mal ab. Der Ball flatterte, FCG-Keeper Opitz sah „alt“ aus, denn die Kugel zappelte zum 1:0 für Neuenkirchen im Netz.

In der 69. Minute schlug „Figu“ zum zweiten Mal zu. Kaplan steckte den Ball durch. Figueiredo nahm ihn an, strauchelte, fing sich wieder, umkurvte seinen Gegenspieler und ließ mit einem Flachschuss aus acht Metern Opitz keine Chance  – 2:1.

Damit hatte sich der quirlige Offensivspieler die „standing ovations“ von der Tribüne auch verdient, als er in der 80. Minute gegen Haarmann ausgetauscht wurde. Doch Wiebusch versaute dem SuS durch seinen finalen Streich das „Figu“-Festival.

Für Ärger beim SuS sorgte auch der Treffer zum 1:1 (51.). Simon Brüning war in Ballbesitz, wurde von Brinkmann attackiert und beide fielen auf den klitschnassen Rasen. Statt Freistoß für den SuS sprach Schiri Meller den Gästen den Ball zu. Warweg führte flott aus, die SuS-Deckung war einen Moment lang unsortiert – und Heinrich nickte aus fünf Metern zum 1:1 ein.

Pfostenschuss

In der ersten Hälfte hatte der SuS 15 Minuten gebraucht, bis er das Geschehen in den Griff bekam. Schulz (18.), Kaplan (19. u. 21.) sowie der emsige Figueiredo (26. u. 32.), der sich fortan enorm steigerte, hatten die Chancen zur Führung. Letztlich traf „Figu“ zum 1:0 (43.). Auf der Gegenseite verbuchte Gütersloh nur einen Pfostenschuss von Wiebusch (39.).

In der zweiten Hälfte glich der FCG aus (51.), doch der SuS konterte mit einem fulminanten Lattenkracher von Brüning (60.). Nach dem 2:1 (69.) sah Neuenkirchen lange wie der verdiente Sieger aus – bis eine Minute vor Schluss.

Westfalenliga:

SuS Neuenkirchen - FC Gütersloh 2000 2:2

Abpfiff. In der ersten Hälfte ist der SuS deutlich überlegen, doch am Ende bleibt es unentschieden.

89. Min.: Gütersloh gleicht aus. Nach SuS-Chancen von Kaplan und da Costa macht letztendlich doch ein Gast das nächste Tor. Wiebusch trifft für Gütersloh 2000.

78. Min.: Die Gäste drücken. Erdogmus verzieht in der 75. Minute und Basdas verliert wenig später das 1:1 gegen Klingbeil.

69. Min.: Der SuS wieder vorn. Kaplan bereitet vor, so dass Figueredo mit links einnetzen kann - 2:1.

60. Min.: Beide Teams haben eine Chance. Brüning vom SuS hämmert den Ball aus 25 Metern an die Latte. Im Gegenzug verfehlt Warweg das SuS-Tor nur um wenige Zentimeter.

51. Min.: Ausgleich. Heinrich vom FC Gütersloh köpft den Ball ins linke obere Eck.

Halbzeit. Zur Pause führt Neuenkirchen hochverdient.

43. Min.: Verdiente Führung. Figueredo setzt aus 25 Metern ordentlich Druck hinter den Ball, der flatternd im linken Winkel landet - 1:0.

40. Min.: Einige Chancen. Figueredo versucht er mit einem Volleyschuss, doch der geht drüber. Wenige Minuten später kann der Gäste-Keeper einen direkten Freistoß von ihm nur mit größter Mühe halten. Auf der anderen Seite bringt Wiebusch den Ball an den linken SuS-Pfosten.

25. Min.: SuS offensiver. Schulz und Kaplan haben erste Chancen; scheitern beide an Keeper Opitz.

15. Min.: Die Gäste dominieren. Doch richtige Chancen haben auch sie nicht.

SuS Stadtlohn

SuS-Familien-Sonntag und Heimspiel fallen ins Wasser

STADTLOHN. Fußball-Westfalenligist SuS Stadtlohn hat nach dem Starkregen der vergangenen Tage den Familien-Aktionstag und das Heimspiel gegen Emsdetten 05 abgesagt.

Aufgrund stark aufgeweichter Aufstellflächen sowie der  Wetteraussichten mit Sturmböen und Gewittern wurde der für Sonntag geplante Familientag beim SuS Stadtlohn abgesagt. "Für die Sicherheit der Sportler und Besucher kann unter diesen Umständen keine Verantwortung übernommen werden", heißt es in einer SuS-Mitteilung. Der Familientag soll in irgendeiner Form - die weiteren Entscheidungen trifft die zuständige Kommission Anfang der Woche - zum kommenden Heimspiel der Westfalenligamannschaft des SuS gegen Gütersloh 2000 (Sonntag, 5. September) nachgeholt.

Am Sonntagmorgen ist dann auch  das Westfalenligaspiel des SuS gegen Emsdetten 05 abgesagt worden. "Starkregen am Samstag hat die Spielfläche unter Wasser gesetzt - ein Spiel war am Sonntag nicht möglich", erklärte der sportliche Leiter beim SuS, Rudi Schipper. Zurzeit ist allerdings das Westfalenpokal-Spiel des SuS gegen Preußen Münster am Mittwoch, 1. September, nicht gefährdet.

SVDH - FC 96 RE 0:0

Dorsten-Hardt lässt den Sieg liegen

Eines der wenigen Revier-Duelle in der Westfalenliga 1 stieg am Sonntagnachmittag im Stadion an der Storchsbaumstraße in Dorsten. Einen Sieger fand es nicht.

Der Aufsteiger SV Dorsten-Hardt empfing den FC 96 Recklinghausen zum Vest-Derby. Die nur 200 Zuschauer bekamen einen stark aufspielenden Gastgeber zusehen, während sich die Gäste aus Recklinghausen über weite Strecken der Partie äußerst schwer taten.

„Das war ein geiles Spiel meiner Mannschaft“, freute sich Dorsten-Hardt Trainer Martin Schmidt und ergänzte: „Obwohl die Platzverhältnisse schwierig waren, haben wir guten Fußball gespielt. Leider ist es uns nicht gelungen ein Tor zu machen. Trotzdem können wir auf diese Leistung aufbauen.“

Auf dem tiefen Rasen kam der SV Hardt besser zurecht. Sven Potthast setzte einen Schuss in der 28. Minute aus zwölf Metern knapp daneben. Nur 2 Minuten später hämmerte er den Ball an den rechten Pfosten des Recklinghäuser Tores (30.). Die gefährlichste Chance für den FC 96 hatte Casary Liedtke, als sich sein Distanzschuss auf der Querlatte des Dorstener Tores senkte (45.).

Nach Wiederanpfiff begann Recklinghausen zunächst offensiver. FC 96-Kapitän Felix Sadlowski verfehlte mit einem Schuss aus halblinker Position im Strafraum das Tor von Keeper Stefan Schröder nur um Zentimeter (46.). In der Folge übernahmen aber die Gastgeber wieder das Kommando auf dem Rasen.

FC 96-Trainer Peter Anders war mit dem Punktgewinn seiner Elf im Derby mehr als zufrieden: „Wir haben auswärts ein 0:0 geholt. Damit kann ich ganz gut Leben. Momentan tun wir uns in unserem Spiel leider ganz schwer. Wir haben viele junge Spieler. Da kann es immer wieder mal zu Problemen kommen, auch wenn bei uns gerade mehrere wichtige Spieler ausfallen.“

Dorsten-Hardt: Schröder – Ewald, De Manna, Koscholleck, Damnitz – Müller, Vasic (86. Knake), Klöckner, Scheuch (28. Heimath) – Potthast, Kauschat (83.Kara).

Recklinghausen: Pommer – Jesih (68. Pfennigstorf), Betram, Luvuezo, Piechottka – Liedtke, Eskidan, Pavlovic (61. Kamba), Wille (15. Yilmaz), Sadlowski – Timürlenk.

Schiedsrichter: Dirk Liermann (Hagen).   -   Zuschauer: 200.

Die Stimmen zum Spiel

Für Recklinghausen Dennis Wille war das Derby bereits nach einer Viertelstunde beendet. „In einem Zweikampf habe ich mir eine Leistenzerrung zugezogen. Im Spiel haben wir uns auf dem tiefen Rasen äußerst schwer getan. Das 0:0 ist am Ende okay.“

Stürmer Sven Potthast vom SV Dorsten-Hardt trauerte nach dem Schlusspfiff den vergebenen Torchancen hinterher: „Ärgerlich, dass wir unsere Torchancen liegen gelassen haben. Schon zur Halbzeit hätten wir 4:0 führen müssen. Ein Punkt ist einfach zu wenig für uns.“

Sein Mitspieler Daniel Klöckner zog trotz der vergebenen Torchancen auch ein positives Fazit aus dem Unentschieden: „Die wenigen Möglichkeiten die wir hatten hätten wir besser nutzen müssen. Es ist nicht mehr so leicht die Tore zu erzielen wie in der Landesliga im Vorjahr. Positiv ist aber, dass wir schon das dritte Spiel in Folge ohne Gegentor über die Bühne gebracht haben.“

Recklinghausens Casary Liedtke war mit der Punkteteilung zufrieden: „Im Endeffekt müssen wir mit dem einem Punkt zufrieden sein. Dorsten war in vielen Phasen der Partie überlegen und hatte die besseren Chancen.“

FUSSBALL-WESTFALENLIGA

SuS kassiert Last-Minute-Tor: 2:2 gegen Gütersloh

Neuenkirchen. Man kann es auch positiv formulieren: Der SuS Neuenkirchen hat in dieser Saison noch kein Spiel verloren. Fakt ist aber: Nach drei Unentschieden findet sich die Mannschaft um Trainer Franz-Josef Reckels zunächst nur in der unteren Hälfte der Tabelle wieder. Der SuS kassierte im Duell mit dem FC Gütersloh 2000 noch einen Last-Minute-Gegentreffer und musste sich mit einem 2:2 (1:0) zufrieden geben. Was Mut gibt für die Zukunft, ist die überzeugende Leistung der Mannschaft, die gegen die hoch eingeschätzten Ostwestfalen eigentlich einen Dreier hätte landen müssen.

Die Gastgeber befanden sich in den ersten 45 Minuten meist im Vorwärtsgang, hatten jedoch sofort in der Anfangsphase auch das Glück des Tüchtigen. Patrick Plucinski nutzte seine Chance nicht, als die SuS-Abwehr, diesmal mit Maik Osterhaus auf der rechten Seite, nicht konsequent klärte (3.). Beide Mannschaften waren offensiv eingestellt, spekulierten auf ein schnelles Tor. Der SuS spielte immer wieder ein konsequentes Forechecking, während die Gäste selbst bei Standardsituationen am eigenen Strafraum mit drei Stürmern an der Mittellinie auf den schnellen Gegenstoß lauerten.

Kribbelig wurde es aber in erster Linie, wenn der SuS Dampf machte, und sehenswert waren einmal mehr die Standardsituationen. So versuchte es Florian Reckels in der 17. Minute mit Flachpass auf Patrick Schulz am kurzen Pfosten, der jedoch vergab. Drei Minuten später hätte Nail Kaplan beinahe getroffen, und ein herrlicher Diagonalpass von Thorsten Schmidt brachte in der 26. Minute Rafael Figueiredo in Position.

Ein wenig angeheizt wurde die Stimmung schon vor dem Anpfiff durch Gütersloher Fans, die mit ihren großen Fahnen unbedingt auf die Tribüne wollten. Erst als die Polizei gerufen wurde und auch schnell mit mehreren Wagen kam, kehrte umgehend Ruhe ein. Heftige Reaktionen unter den Fans rief zudem ein übles Foul des Güterslohers Patrick Plucinski hervor, der nach einem Laufduell Trainersohn Reckels in die Stadionumrandung stieß (29.), wobei dieser sich ziemlich weh tat.

Ein weiteres Ausrufezeichen setzte in der 32. Minute noch mal Figueiredo, der einen Freistoß um die Mauer zog, jedoch im Gütersloher Schlussmann Alexander Opitz seinen Meister fand. Dann aber hieß es tief durchatmen für die SuS-Fans, als Raffaele Wiebusch zunächst zwei SuS-Verteidiger beschäftigte und Lennard Warweg mit seinem Schuss aus dem Hinterhalt nur den Pfosten traf (39.).

Doch das Spiel kippte nicht, ganz im Gegenteil. Denn es folgte noch der große Auftritt des Rafael Figuereido, der von halblinks aus vollem Lauf aus 25 Metern abzog und den Ball oben links Schlussmann Opitz über die Fäuste zum 1:0 in die Maschen setzte (42.).

Doch die zweite Halbzeit begann mit einer kalten Dusche für den SuS, denn nach einem langen Ball von Warweg markierte der baumlange und sehr kräftige Maximilian Heinrich das 1:1 (50.). Warweg hätte in der 60. Minute fast zum 2:1 getroffen, stattdessen brachte Figueiredo in der 68. Minute mit einem Schuss von halblinks die Hausherren erneut in Führung. Der SuS hätte die endgültige Entscheidung durch Brüning (80.) bzw. Nelson da Costa (88.) erzwingen können, doch es kam anders. Serdar Erdogmus gelang eine präzise Flanke in den SuS-Strafraum, und Wiebusch gab Schlussmann Tim Klingbeil mit einem Schuss in die kurze Ecke das Nachsehen (89.).

Marc und Sven Dyballa schießen die Hammer SpVg zum 2:0 Sieg

HAMM - Die Hammer SpVg ist wieder in der Aufstiegsspur. Der ambitionierte Westfalenligist hat sich von der Niederlage in Dornberg nicht verunsichern lassen und im zweiten Heimspiel gegen den zuvor zweimal erfolgreichen Delbrücker SC den zweiten Sieg eingefahren.

Als „glücklich, aber nicht unverdient“, beschrieb HSV-Trainer Holger Wortmann das 2:0 (0:0), da seine Mannschaft zwar nur wenige Torchancen besaß, damit aber immer noch mehr als die Gäste.

Auf dem nassen Rasen in der Evora Arena fanden beide Teams nur schwer ins Spiel. „Beide Mannschaften haben sich lange neutralisiert“, meinte DSC-Coach Alfons Beckstedde, der von „extremen Bedingungen“ sprach. Die Darbietungen der Akteure erinnerte bei starken Regenfällen zwischenzeitlich mehr an Schlittschuhlaufen als an Fußball. So blieben Torchancen Mangelware. Als erster Schlussmann musste Michael Joswig in der 43. Minute erstmals eingreifen, als Giancarlo Fiore mit einem schönen Seitenwechsel das Spiel geöffnet hatte. Nutznießer Kevin Lanzendörfer zielte aber genau auf den Delbrücker Schlussmann. Eine Minute später ließ Joswig einen 18-Meter-Schuss von Markus Krawietz nach vorne abprallen, war aber kurz vor Fiore am Ball.

Auch nach dem Wechsel war die Partie ziemlich zerfahren. Immerhin zeigte Felix Backszat im Anschluss an eine Ecke mit einem Distanzschuss schon einmal, wo das Tor steht (52.). Die nächste und siebte Ecke brachte der HSV nach einer Stunde die Führung. Den schwachen ersten Versuch bekam Kurtulus Öztürk postwendend zurück, er nahm sich Zeit, bediente Sven Dyballa, der das Leder in die Maschen verlängerte. „Dieses Gegentor darf auf keinen Fall fallen. Nach dem abgeblockten Standard laufen drei, vier Leute nach draußen und im Zentrum steht einer blank“, ärgerte sich Beckstedde über den ersten DSC-Saisongegentreffer. Holger Wortmann musste hingegen ein wenig schmunzeln, denn „die ganze Woche habe ich meine Mannschaft vor den langen Delbrücker Spielern gewarnt. Das Tor hat mich schon überrascht, schließlich ist Sven nicht ganz so groß.“ Einig waren sich beide Übungsleiter darin, dass dieser Treffer die Partie entschieden hatte.

Nächste Steigerung ohne Ertrag

Etliche Glückwunsch-Anrufe und –SMS erhielt FCG-Trainer Maik Weßels am Sonntagabend. Der Schiedsrichter hatte das Ergebnis der Partie gegen den SC Paderborn II falschrum ins Internet gesetzt, statt des tatsächlichen 1:2 stand dort ein 2:1-Sieg. Den hätte der FCG nach einer starken Leistung wohl verdient gehabt, doch die harte Realität in der Westfalenliga holte den Aufsteiger erneut ein.

In der 83. Minute markierte Paderborns Innenverteidiger Eugen Klukin per Fallrückzieher das entscheidende 2:1. Ein K.o.-Schlag, der das Chancenverhältnis nicht wiederspiegelte. Denn Gievenbeck ackerte von der ersten Minute an, besaß insgesamt viele gute Möglichkeiten, von denen aber nur eine den Weg über Linie fand: Nach einem Foul an Moritz Knemeyer verwandelte Timm Barkam vom Elfmeterpunkt aus (8.).

Ausgleich fast ohne Vorwarnung

In der Folge waren die Gäste, insgesamt mit sechs Zweitliga-Spielern im Kader, zwar optisch überlegen, doch Gievenbeck hätte das 2:0 nachlegen können. Jens Könemann, Christian Keil, Knemeyer oder Philipp Daldrup hatten vor und nach dem Ausgleich gute Möglichkeiten. „Absolut bitter“ fand Weßels dann auch 1:1 durch Gaetano Manno nach 28 Minuten. Der hatte sich außer einer dicken SCP-Chance, die Kieran Schulze-Marmeling vereitelte, nicht unbedingt angedeutet.

Auch nach dem Seitenwechsel blieb Paderborn am Drücker, wirklich Zwingendes ließ der im defensiven 4-4-1-1-System angetretene FCG aber nicht zu. Doch sieben Minuten vor dem Ende dann diese spektakuläre wie unglückliche Aktion zum 1:2. „Ich mache der Mannschaft null Vorwurf. Jeder hat seinen Job hervorragend ausgeführt“, so Weßels, der sich sicher ist, dass sein Team das Positive aus dieser Partie ins Derby gegen Preußen II mitnehmen wird.

1. FC Gievenbeck – SC Paderborn II     1:2 (1:1)

1:0 Barkam (8., FE), 1:1 Manno (28.), 1:2 Klukin (83.)

Preußen-Reserve wartet weiter auf Erfolgserlebnis

Gerade für eine junge Mannschaft wie die der Reserve von Preußen Münster sind Erfolgserlebnisse wichtig fürs Selbstvertrauen. Doch auch wenn die Mannschaft von Trainer Arne Barez das Feld wieder als Verlierer verließ und wieder kein eigenes Tor schoss, bleibt Barez ruhig: "Die Jungs sind nach wie vor heiß, von Resignation ist keine Spur." Dennoch fielen die Gegentreffer beim 0:2 (0:0) beim Hövelhofer SV wieder nach individuellen Fehlern.

Das erste Tor resultierte dabei aus einem Strafstoß. Manuel Diekmann hatte seinen Gegenspieler im Strafraum gehalten (52.), Jan Welker verwandelte gegen Fabian Otte. Kurz danach erwachte Hoffnung, denn plötzlich spielte Hövelhof nach einer Gelb-Roten Karte (57.) in Unterzahl. Das hätte auch fast den Ausgleich mit sich gebracht. Doch der HSV-Keeper hielt, was zu halten war. Die beste Möglichkeit zum Ausgleich hatte Michael Seifert, dessen 20-Meter-Kracher von Marko Kirchhoff noch aus dem Giebel herausgekratzt wurde.

Eine Unachtsamkeit bei einem gegnerischen Einwurf brachte schließlich die Entscheidung. Einen Ballverlust nach einem Einwurf, eine schneller Konter und Otte hatte keine Chance beim 0:2-Gegentreffer. "Wir müssen jetzt zusehen, dass wir vor allem erstmal wieder hinten stabiler werden und keine Gegentore kassieren", will sich Barez nun Schritt für Schritt aus der Krise befreien. Die nächste Gelegenheit hierzu gibt's schon am nächsten Spieltag im Derby gegen Gievenbeck.

Hövelhofer SV - Preußen Münster II     2:0 (0:0)

1:0 Welker (51.), 2:0 Mückenhaupt (71.)

2010 - SV Spexard 1950 e.V.

 

Presse vor den Spielen / 3. Spieltag

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  Westfalenliga Staffel 1

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Presse vom 28.08.2010

Die bislang schwerste Prüfung

DELBRÜCKER SC: Hammer SpVg hohe Hürde

Delbrück (MH). Der Delbrücker SC hat nach zwei Spieltagen noch eine weiße Weste und steht auf dem zweiten Tabellenplatz. Der DSC ist also besser positioniert als Gastgeber Hammer SpVg. Dennoch sieht DSC-Trainer Alfons Beckstedde die Favoritenrolle an diesem Sonntag klar beim Gegner (15 Uhr).

„Das ist eine absolute Spitzenmannschaft, die im Laufe der Saison oben mitspielen wird. Wir stehen vor unserer bislang schwersten Aufgabe“, so Beckstedde. Dass der Absteiger aus der Oberliga schon einmal verloren hat, liege daran, dass er auch schon gegen sehr starke Gegner gespielt habe. Der DSC schenkt die Punkte also freiwillig her? Weit gefehlt, denn die beiden Auftaktsiege haben der Mannschaft Selbstvertrauen gegeben. „Wir müssen uns in Hamm auf einiges gefasst machen. Aber warum sollen wir dort nicht punkten können?“, fragt Beckstedde. Wichtig sei es, dass sein Team auch weiterhin geschlossen und kompakt auftrete. Bislang klappte dies ganz gut, denn der DSC kassierte noch kein Gegentor, Hamm hingegen schon drei. „Daher dürfen wir nicht nur in der Defensive stehen, sondern müssen schauen, dass wir auch nach vorne gefährlich sind“, fordert Beckstedde. Ein probates Mittel sind dabei natürlich die Standards. Eine Ecke führte erst in der letzten Woche zum Siegtreffer gegen Gievenbeck. „Wir haben lange Spieler im Kader und müssen diesen Vorteil in solchen Situationen nutzen“, sagt Beckstedde.

Groß gewachsen ist auch Thomas Isenrath, dem sein Trainer in naher Zukunft gute Chancen einräumt. „Er ist kein Konterspieler, aber sehr gefährlich vor dem Tor. Je nach Spielverlauf wird er uns sicherlich noch sehr helfen“, ist sich Beckstedde sicher.

Personell sieht es beim Delbrücker SC gut aus. Nur Peter Berhorst droht derzeit mit Nackenproblemen auszufallen. Die Freigabe für Patrik Turunen liegt derweil noch immer nicht vor.

Müller hadert mit Personalsorgen

SC PADERBORN II: Gastspiel in Gievenbeck

Paderborn (MH). Die Reserve des SC Paderborn 07 feierte in der vergangenen Woche den ersten Saisondreier gegen Preußen Münster II. Beim Westfalenliga-Aufsteiger FC Gievenbeck soll am Sonntag gleich der nächste Sieg folgen (15 Uhr).

„Die Mannschaft weiß, wie wir erfolgreich sein können. Jetzt müssen wir die Spannung weiter hochhalten“, so SCP-Trainer Christoph Müller. In allen Bereichen habe sich das Team am vergangenen Wochenende verbessert gezeigt. „Unsere Basis ist eine stabile Defensive und ein präzises Spiel nach vorne.“

Worte, die Müller seinem jungen Kader immer wieder predigt. Worte, die besonders gegen Gievenbeck von Bedeutung sein können. Denn der Aufsteiger hatte zuletzt zwar mit 0:1 beim Delbrücker SC verloren, dabei aber sehr oft sein Glück in der Offensive gesucht. „Wir bereiten uns auf einen Gegner vor, der mit Leidenschaft Fußball spielt und sicherlich auch noch von Euphorie getragen wird“, meint Müller. Ob die U23 des SCP wieder auf Verstärkung aus dem Profikader zurückgreifen kann, ist noch nicht klar. Müller rechnet mit Sergej Schmik, Ardian Jevric, Stefan Parensen sowie im Tor mit Nico Burchert und sieht die Abstellungen von oben positiv: „Das heizt den Konkurrenzkampf im Team an. Jeder will spielen und muss seine Leistung bringen.“

Möglicherweise fällt ihm die Auswahl der ersten Elf für die Partie am Sonntag aber zwangsweise gar nicht so schwer. Die Einsätze von Robert Wezorke (Grippe), Daniel Neumann (Fußprellung), Tim-Philipp Brandner und Sebastian Fuchs stehen auf der Kippe. Thomas Rath ist mit grippeähnlichen Symptomen bis Sonntag krankgeschrieben. „Das ist nicht schön. Die Ausfälle würden aber an unserer Spielweise nichts ändern. Wir müssen abwarten, was bis Sonntag noch passiert und wollen gewinnen“, sagt Müller.

Coach fordert mehr Konzentration

HÖVELHOFER SV: Preußen Münster II der Prüfstein auf der Waldkampfbahn

Hövelhof (MH). Die Tabelle ist noch nicht aussagekräftig. Trotzdem kann es nicht schaden, einen Mitkonkurrenten um den Klassenerhalt schon einmal auf Distanz zu halten. Dazu braucht Fußball-Westfalenligist Hövelhofer SV am Sonntag einen Heimsieg gegen Preußen Münster II. Anstoß ist um 15 Uhr auf der Waldkampfbahn.

„Münster sagt selbst, dass es gegen den Abstieg geht“, so HSV-Trainer Stefan Weiß. Ihm ist daher natürlich auch klar, dass am Sonntag eine sehr junge und vor allem spielstarke Mannschaft auf die Waldkampfbahn kommen wird. „Man darf ihnen keinen Platz lassen und muss sie in den Zweikämpfen stellen“, fordert Weiß wieder mehr Konzentration von seiner Mannschaft. Die habe zuletzt die Präzision im Passspiel vermissen lassen und zu viele vermeidbare Fehler im Spiel gehabt.

Die Münsteraner könnten genau das Team sein, das der HSV nach der jüngsten 0:2-Niederlage in Dorsten braucht. „Münster wird nach vorne spielen. Wenn wir kompakt stehen und schnell umschalten können, kommt uns das eigentlich entgegen“, so Weiß. Problematisch sieht es derzeit aber noch in Sachen Personal aus. Sebastian Potempa fällt mit einer Beckenprellung ebenso aus wie die langzeitverletzten Thorsten Becker (doppelter Bänderriss), Christoph Escherhaus (Reha nach Innenbandriss), Dominic Schärling (Operation nach Meniskuseinriss) und Andreas Friesen (Entzündung im Knie). Daniel Brökelmann ist ebenfalls nicht einsatzfähig.

Der Einsatz von Kapitän Matthias Kleinegrauthoff ist nach seiner Platzwunde am Kopf noch fraglich. Nico Malena könnte die Alternative sein. Weiter Unklarheit herrscht um Jallow Ebrima Amadou, bei dem eine eindeutige Aussage zur Spielberechtigung von Seiten des Verbandes immer noch aussteht. „Die vielen Ausfälle sind schwierig, aber wir haben noch genug Möglichkeiten“, hofft Weiß, dass sich der eine oder andere Reservist am Sonntag in den Vordergrund spielt.

»Die Karten sind neu gemischt«

Westfalenliga: Fichte erwartet Dornberg

Bielefeld (WB/wie). Selten war die Ausgangslage vor dem Bielefelder Derby zwischen dem VfB Fichte und TuS Dornberg so unterschiedlich wie am Sonntag um 15 Uhr, wenn der Tabellenletzte der Westfalenliga (VfB) den Spitzenreiter (TuS) empfängt.

Nun hat die Tabelle nach gerade einmal zwei Spieltagen natürlich noch keine große Aussagekraft, aber die Rollen sind auf der Rußheide diesmal klar verteilt. Daran lässt auch Dornbergs Trainer Mario Ermisch keine Zweifel aufkommen: »Wir sind der Favorit und dieser Rolle wollen wir auch gerecht werden.« Dass seine Mannschaft in der Vergangenheit gegen die »Hüpker« in schöner Regelmäßigkeit den Kürzeren gezogen hat, ficht den Bielefelder Rechtsanwalt nicht an. Ermisch: »Die Karten werden jedes Jahr neu gemischt. Darum interessiert mich auch nicht, was war. Das Derby hat natürlich seine Brisanz. Wir wollen unseren guten Lauf fortsetzen.« Zur Lage des Nachbarn wollte sich Ermisch nicht groß äußern. Eine kleine Spitze in Richtung VfB gab es dann aber doch: »Fichte würde die sechs Punkte gegen uns in dieser Saison wohl gut gebrauchen können.«

Dornberg muss weiterhin auf Torjäger Felix Buba und eventuell auch auf Thies Kambach verzichten. Kapitän Sören Siek fiebert dem Duell gegen den Nachbarn entgegen: »Wir sind gut drauf und haben viel Selbstvertrauen. Das wollen wir gegen unseren Lieblingsgegner unter Beweis stellen.« Besonders Siek hat schlechte Erinnerungen an das 2:3 vom 1. April dieses Jahres. In einem Duell mit Christopher Gliniars zog sich Siek einen Jochbeinbruch zu und musste danach pausieren. Ermisch bezichtigte Gliniars gar der Absicht, was dieser weit von sich wies.

Im Gegensatz zum Team vom Mühlenbrink erinnert man sich an der Rußheide gerne an das 1:0 und 3:2 aus der Vorsaison. Das hat auch Fichte-Coach Mark Sawkill nicht vergessen, aber das bringt seine Mannschaft in der aktuellen Lage (0 Punkte, 1:6 Tore) nicht weiter. »Wir brauchen dringend ein Erfolgserlebnis und müssen langsam anfangen, zu punkten. Es wird sicher schwer gegen Dornberg, aber wenn wir die Fehler in der Abwehr abstellen, kompakt stehen und die Emotionen dazu kommen, sehe ich eine gute Chance auf den Dreier.«

Personell hat Sawkill vor allem in der Offensive wieder mehr Alternativen. Top-Torjäger Ismail Altunsaban steht vor der Rückkehr in die Startelf, zudem hoffen die VfB-Verantwortlichen auf die Freigabe für den Franzosen Ibrahim Cissé. In Christoph Stelberg und Davor Ilic stehen zwei weitere Stürmer bereit. Gleiches gilt für Tobias Kutz, dessen Freigabe mittlerweile eingetroffen ist.

Der TuS Dornberg hat wenige Tage vor Ende der Transferfrist Lennart Madroch unter Vertrag genommen. Der 19-jährige Mittelfeldspieler stammt aus der A-Jugend des DSC Arminia.

Wenn alle Gesetzmäßigkeiten außer Kraft sind

FUSSBALL-WESTFALENLIGA: Eigentlich hat der VfB Fichte gegen den TuS Dornberg keine Chance - doch was ist schon normal bei diesem Stadtduell

Bielefeld. Wenn sich Udo Kley (VfB Fichte) und Hans-Werner Freese (TuS Dornberg) auf Staffeltagen treffen, dann gibt sich Udo Kley stets generös: "Du, Hans-Werner, falls Ihr diese Saison einmal gegen uns gewinnen solltet, sei es Euch gegönnt. Dann steht es in der Statistik nur noch 1:10."

So oder so ähnlich hat das Urgestein des VfB Fichte auch im Sommer wieder mit dem Dornberger Manager gefrozzelt. Am Sonntag (15 Uhr, Rußheide) wird sich zeigen, ob der VfB Fichte seine seltsam einseitige und erfolgreiche Bilanz aufrecht erhalten kann. Das erste Bielefelder Westfalenliga-Derby der Spielzeit 2010/11 zwischen dem VfB und dem TuS verspricht - was sonst - Hochspannung, weil traditionell alle Gesetzmäßigkeiten außer Kraft sind.

"Es gibt Gegner, gegen die sehen wir eben immer schlecht aus", sagt Freese: "Und der VfB Fichte ist der Gegner, gegen den wir stets am schlechtesten aussehen." Die Vergangenheit belegt dies. Schon in der abgelaufenen Serie galt Dornberg als Favorit und hatte bei den zwei Kräftemessen schließlich doch mit 0:1 und 2:3 das Nachsehen. Abwehrchef Adis Hasic behauptet sogar, dass "ich noch nie in meinem Leben gegen den VfB Fichte gewonnen habe." Und auch Hans-Werner Freese kann sich an den letzten Sieg "überhaupt nicht mehr erinnern".

Doch spielen diese Fakten am Sonntag tatsächlich eine Rolle? Ist es wichtig, dass Dornberg nach zwei Siegen in zwei Partien als Tabellenerster zur Rußheide kommt? Ist es von Bedeutung, dass der VfB Fichte nach zwei Niederlagen das Derby als Tabellenschlusslicht aufnimmt? Spuken die Ereignisse vom vergangenen Derby noch in den Köpfen herum, als großes Buhei um eine angebliche, absichtliche Tätlichkeit von Christopher Gliniars (VfB Fichte) an Sören Siek (Dornberg) gemacht wurde? Ist überhaupt noch so viel Konfliktpotenzial vorhanden, nachdem Güven Aydin, Gliniars, Sami Önen oder Hüseyin Geceli nicht mehr für den VfB Fichte spielen? Mag sein.

Entscheidender ist jedoch, dass "wir kompakt stehen, ordentlich in die Zweikämpfe kommen und nicht wieder drei Gegentore wie zuletzt kassieren", sagt Mark Sawkill. Damit wählt der Coach des VfB Fichte bewusst die Terminologie, die er vor jeder x-beliebigen Begegnung benutzt. Für Sawkill reduziert sich die Brisanz darauf, dass "die Verhältnisse ja eigentlich klar sind. Wir brauchen Punkte, die brauchen Punkte - und wir spielen darum". In Dornberg geht es wohl hauptsächlich darum, die Akteure nach dem gelungenen Start auf dem Teppich zu halten. Doch Hans-Werner Freese meint: "Die Stimmung bei uns ist absolut positiv, aber nicht euphorisch. Die Jungs haben verstanden, dass das Derby am Sonntag genauso schwer wird wie die Partie gegen Hamm vergangene Woche. Wir werden mit Bedacht an die 90 Minuten gehen."

Selbst beim Personal drücken die Gastgeber mehr Sorgen als die Gäste. Der VfB Fichte kämpft weiterhin um die Freigabe von Ibrahim Cisse sowie um die Gesundheit von Ismail Altunsaban, Julian Hesse und Semih Özsalih. Cedric Kwamo-Kamdem ist beruflich verhindert. Der TuS Dornberg, der am Freitag noch die Verpflichtung von Lennart Madroch (Arminia II) bekannt gab, muss weiterhin auf Thies Kambach (Muskelfaserriss) und Felix Buba verzichten und wird deshalb wohl mit der gleichen Formation auflaufen wie zuletzt. Auch der unter der Woche grippekranke Trainer Mario Ermisch wird sich das Derby nicht entgehen lassen.

Eines hingegen ist absolut sicher. Udo Kley und Hans-Werner Freese werden beim nächsten gemeinsamen Staffeltag wieder freundschaftlich frozzeln - egal ob es am Sonntagabend 0:11 oder 1:10 steht.

FUSSBALL-WESTFALENLIGA

Schwacher Start nagt am Selbstbewusstsein des SuS

Neuenkirchen. Viel hatte sich der Fußball-Westfalenligist SuS Neuenkirchen für die neue Saison vorgenommen, doch davon bislang wenig umgesetzt. Gerade mal zwei Punkte stehen zu Buche, die Leistung in Emsdetten vor einer Woche war rundweg enttäuschend, und die Stürmer treffen einfach nicht. Das sieht beim Gegner FC Gütersloh 2000 ganz anders aus, denn die Ostwestfalen schossen in ihrem bislang einzigen Meisterschaftsspiel im Derby beim SV Spexard einen 5:2-Erfolg heraus. Da wartet ein heißer Tanz auf den SuS, wenn am Sonntag um 15 Uhr der Anpfiff ertönt.

Falls tatsächlich gespielt werden kann. Denn die Regenfälle der vergangenen Tage haben auch dem Rasen im Waldstadion mächtig zugesetzt und kräftig durchweicht. Zumindest am heutigen Samstag hätte die Partie abgesagt werden müssen.

„Gütersloh hat keinen Leistungsträger abgegeben und sich mit Christian Zodrow und Raffaele Wiebusch gezielt verstärkt“, hat SuS-Coach Franz-Josef Reckels durchaus Respekt. Stürmer Wiebusch feiert einen Einstand nach Maß in Spexard, zeichnete sich als dreifacher Torschütze aus und dürfte auch die Neuenkirchener Abwehr vor Probleme stellen.

Zodrow ist ein echter „Zehner“, und der 31-Jährige hat sportlich bereits viel erreicht. Doch nach vier erfolgreichen Jahren mit drei Meistertiteln wechselte der „Gütersloher Junge“ im Sommer vom Regionalliga-Aufsteiger SC Wiedenbrück 2000 zurück in seine Heimatstadt. Er beeindruckt mit Ballsicherheit, vielen Tempowechseln und präzisen Pässen in die Tiefe des Raums.

Güterloh spielt meist mit einem 4-2-3-1-System. Der Tempomacher auf der rechten Seite heißt Serdar Erdogmus, links sind die Flankenläufe von Lennard Warweg gefürchtet, und der nutzt auch jede sich bietende Möglichkeit zum Abschluss. In Spexard funktionierte er hervorragend, er traf zwei Mal. Die Ostwestfalen haben ihre Stärken auf jeden Fall in der Offensive, die Abwehr dürfte eher der Schwachpunkt sein. Doch um Gütersloh in Verlegenheit zu bringen, müssen die SuS-Stürmer zunächst mal ihre Chancen konsequent nutzen.

Die Vorstellung der Neuenkirchener in Emsdetten war alles andere als berauschend, doch einige Spieler hatten auch erheblich mehr gesundheitliche Probleme, als Reckels im Vorfeld mitteilen wollte. Rafael Figueiredo ging mit einer Wadenverletzung in die Partie und wurde deshalb vom Trainer schon zur Halbzeit aus dem Spiel genommen. „Bislang hat er die ganze Woche nicht trainiert“, sagte Reckels am Freitagnachmittag. Vermutlich wird es nicht zu einem Einsatz reichen, ebenso wie bei Emanuel Beckmann-Smith.

Mit Rückenschmerzen plagten sich Simon Brüning und Christian Bußmann im Derby bei 05, sie stehen am Sonntag aber im Aufgebot. Auch Torhüter Tim Klingbeil ließ wegen seiner Knieprobleme in dieser Woche zwei Trainingseinheiten sausen, doch der routinierte Schlussmann wird am Sonntag auf jeden Fall zwischen den Pfosten stehen. Falls gespielt werden kann.

Minimalisten benötigen das Maximum

Westfalenliga: DSC in Hamm gefordert

Kreis Paderborn (en/cbr). Nach dem Topstart mit sechs Punkten und 2:0 Toren wartet auf Westfalenligist Delbrücker SC mit dem Gastspiel in Hamm der erste echte Gradmesser der jungen Serie.

Hammer SpVg - Delbrücker SC (So., 15 Uhr). 1:0 gegen Münsters Reserve, 1:0 gegen Gievenbeck - der DSC hat sich aus den ersten beiden Spielen mit minimalem Aufwand die maximale Punkteausbeute gesichert. Effizienz pur. Platz zwei. An diesem Sonntag allerdings werden die Minimalisten Maximales leisten müssen, um die Serie auszubauen. Nicht grundlos nennt Coach Alfons Beckstedde den ehemaligen NRW-Ligisten »unseren bislang stärksten Gegner«. Hamm startete mit einem Heimsieg gegen Rheine und einer Niederlage beim Tabellenführer Dornberg, geht mit einer im Vergleich zur NRW-Liga-Saison kaum veränderten Mannschaft ins Rennen und darf sich Becksteddes Respekt sicher sein: »Hamm hat eine sehr hohe Qualität. Ich bin gespannt, wie sich meine Jungs in diesem Härtetest aus der Affäre ziehen. Vor allem offensiv müssen wir zulegen, denn schon Hamm ist einer der Gegner, gegen den mit nur einem Tor selten ein Dreier zu holen ist.« Der Delbrücker Übungsleiter muss auf Peter Berhorst (Nackenprobleme) und den noch nicht spielberechtigten Finnen Patrik Turunen verzichten.

Hövelhofer SV - SC Preußen Münster II (So., 15 Uhr, Waldkampfbahn). Auf den ersten Blick sieht diese Aufgabe sehr machbar aus. Noch haben die Preußen schließlich weder ein Tor noch einen Punkt verbucht. Aber HSV-Trainer Stefan Weiß warnt fleißig: »Sowohl gegen Delbrück als auch gegen Paderborn hat Münster nur 0:1 verloren, viele Spielanteile und gute Chancen gehabt. Wir dürfen uns von der bisherigen Bilanz nicht blenden lassen.« Zumal der HSV weiterhin am Stock geht. Christoph Escherhaus, Sebastian Potempa, Thorsten Becker, Dominik Scherling, Andreas Friesen (alle verletzt) und Daniel Brökelmann (privat verhindert) fehlen sicher. Kapitän Matthias Kleinegrauthoff wird kurzfristig entscheiden, ob die genähte Platzwunde am Auge schon wieder einen Einsatz erlaubt. Die acht Fäden sind noch nicht gezogen worden.

1. FC Gievenbeck - SC Paderborn U 23 (So., 15 Uhr). Nachdem der »durchwachsene 0:1-Saisonstart in Hövelhof« mit dem 1:0-Sieg gegen Münster »einigermaßen begradigt werden konnte«, geht SCP-Trainer Christoph Müller zuversichtlich in die Partie. »Wir wollen aus einer geordneten Defensive mit möglichst strukturiertem und schnellem Flachpassspiel über die Außen zum Erfolg gelangen«, erklärt der U 23-Coach die Marschroute. Den kommenden Gegner ließ er bei der 0:1-Niederlage in Delbrück über einen »zufällig anwesenden Bekannten« beobachten. Verzichten muss er auf die Dienste von Thomas Rath. »Er hat sich eine schwere Grippe eingefangen und ist wohl nicht dabei«, sagt Müller. Zudem fehlen der langzeitverletzte Marvin Anderbrügge und Lukas Lanz (beide Bänderriss im Sprunggelenk). Letzterer ist allerdings am Montag wieder ins Mannschaftstraining eingestiegen.

Angeschlagenes Dreigestirn

FC Gütersloh bangt um seine Torhüter - Dirk Flock lässt die Stärken trainieren

Gütersloh (dh). Fünf Mannschaften sind in der Vorwoche am spielfreien FC Gütersloh 2000 in der Tabelle vorbeigezogen. Den ein oder anderen Klub will der Fußball-Westfalenligist nach der Partie beim SuS Neuenkirchen wieder eingesammelt haben.

»Wir glauben an uns und unsere Stärken«, sagt FCG-Trainer Dirk Flock, der die vergangenen zwei Wochen damit verbracht hat, die Stärken der Mannschaft zu perfektionieren: »Wir haben die Zeit genutzt, um im taktischen Bereich zu arbeiten.« Mit einem weiter verbesserten Passspiel und noch mehr Ordnung auf dem Platz soll im Neuenkirchener Waldstadion der zweite Auswärtssieg der Saison eingefahren werden. Die Voraussetzungen dafür sind optimal: alle 18 Feldspieler des FC Gütersloh 2000 erfreuen sich bester Gesundheit.

Das lässt sich vom Torhüter-Dreigestirn leider nicht behaupten. Alexander Kuschmann (Bänderriss in der Schulter und grippaler Infekt), Hendrik Müller (grippaler Infekt) sowie Alexander Opitz (Knieprobleme) sind allesamt angeschlagen. Flock geht indes davon aus, dass wie schon beim Saisonauftakt in Spexard Opitz zwischen den FCG-Pfosten stehen und Müller auf der Bank Platz nehmen wird.

Im Hinblick auf die weitere Fortsetzung der Gütersloher Auswärtstournee mit Gastspielen in Stadtlohn (5. September) und Dorsten-Hardt (12. September) gibt sich Dirk Flock gelassen. »Das stört mich nicht. Ich habe die Mannschaft gefragt, ob sie im LAZ Nord spielen möchte oder gegen Stadtlohn das Heimrecht tauschen will. Die einhellige Meinung war, dass wir unsere Heimspiele natürlich im Heidewaldstadion austragen werden«, sagt der FCG-Coach, dessen Team aufgrund des Stadtschützenfestes am kommenden Wochenende erst am sechsten Spieltag seine Heimpremiere in der Saison 2010/11 absolvieren kann.

»Ich weiß nicht, ob das jetzt unbedingt ein Nachteil sein muss oder sich vielleicht sogar als Vorteil entpuppen kann«, sagt Dirk Flock. Nachbar SC Wiedenbrück 2000 ist mit dieser »Spielplan-Taktik« im Sommer immerhin aufgestiegen.

Gefühlter Neustart mit offener Rechnung

FUSSBALL: Westfalenligist FCG in Neuenkirchen

Gütersloh. Vor zwei Wochen startete der FC Gütersloh mit einem glorreichen 5:2-Sieg beim SV Spexard in die Saison der Fußball-Westfalenliga. Weil er am darauf folgenden Wochenende als zweites der 17 Teams aussetzen musste, fühlt sich die Partie an diesem Sonntag bei SuS Neuenkirchen wie ein Neustart an. „Es war zwischenzeitlich etwas träge, aber wir mussten die Flamme irgendwie hoch halten“, spürte auch Dirk die Notwendigkeit zur Überbrückung. Der Trainer fand aber die richtige Dosierung: „Wir haben es in dieser Woche geschafft, wieder Fahrt aufzunehmen.“ Flock nutzte die Phase auch, „um taktisch ein paar Sachen einzustudieren.“ Unter dem Strich steht: Das Team des FC Gütersloh ist gut vorbereitet auf das zweite Saisonspiel.

Dass auch das auswärts stattfindet und dass der FCG durch den Heimrechttausch mit Stadtlohn auch sein drittes (5. September) und viertes Spiel (12. September in Dorsten) auf fremdem Platz austragen muss, haben Flock und die Mannschaft nach kurzer Diskussion abgehakt. „Ich sehe darin kein Problem“, sagt der Trainer nun. Ein wenig träumt man beim Heidewaldklub sogar davon, mit einer makellosen Auswärtsbilanz zum ersten Heimspiel am 19. September vor einer größeren Zuschauerkulisse gegen den FC Recklinghausen aufzulaufen.

Um das zu erreichen, müssen erst einmal die Punkte aus der bei Rheine gelegenen 13.000- Einwohner-Gemeinde Neuenkirchen geholt werden. Das misslang bereits im Vorjahr, als der FCG völlig überraschend und trotz hoch verdienter Führung zum Saisonauftakt mit 1:3 unterlag. Er hat also noch eine Rechnung offen. Diesmal starteten die von Trainerfuchs Franz-Josef Reckels betreuten Münsterländer mit einem 0:0 gegen Recklinghausen und einem 1:1 in Emsdetten.

FCG-Trainer Dirk Flock stehen für Sonntag alle 18 Feldspieler zur Verfügung. Nur bei den Torhütern gibt es Probleme. Definitiv ausfallen wird Alexander Kuschmann; zum einen ist seine Schulter noch nicht wieder voll belastbar, zum anderen erwischte ihn eine Grippe. Entscheiden muss sich Flock zwischen dem in Spexard nominierten Alexander Opitz und Hendrik Müller. Opitz litt allerdings zwischenzeitlich unter Knieproblemen, Müller musste wegen Krankheit aussetzen.

SuS Neuenkirchen

SuS bangt um Rafael Figueiredo

NEUENKIRCHEN Am Sonntag startet der SuS Neuenkirchen seinen dritten Versuch, den ersten Dreier der Westfalenliga-Saison einzufahren (Anstoß: 15 Uhr, Waldstadion). Ob das gegen den starken FC Gütersloh klappt?

Gütersloh ist im Moment wohl die spielstärkste und formbeständigste Mannschaft in der Westfalenliga“, lobt SuS-Trainer Franz-Josef Reckels den Gegner. „Und der FCG kommt ausgeruht zu uns.“

Denn die Mannschaft von Trainer Dirk Flock hatte am vergangenen Sonntag spielfrei, nachdem sie zum Auftakt den Aufsteiger SV Spexard im Gütersloher Stadt-Derby mit 5:2 vom Feld gefegt hatte. Ob das ein Vor- oder Nachteil ist?

Auf jeden Fall hat sich der FCG, der in der abgelaufenen Saison eine fulminante Rückrunde hinlegte und sich aus dem Tabellenkeller bis auf Rang sieben hoch schoss, sehr gut verstärkt. Mit Christian Zodrow kam ein Spielgestalter von Regionalliga-Aufsteiger SC Wiedenbrück zum Heidewald, zudem holte der FCG mit Raffaele Wiebusch einen weiteren starken Offensivspieler vom SC Delbrück.

Drittes Remis?

„Gütersloh hat seine Qualitäten in der Offensive“, weiß Neuenkirchens Coach Franz-Josef Reckels. „Wir aber auch, obwohl wir in den ersten beiden Spielen nur einen Treffer erzielt haben.“

Weniger die karge Punktausbeute, als vielmehr die „ängstliche Vorstellung“, die die SuS-Kicker zuletzt beim 1:1 bei Emsdetten 05 ablieferten, wurden in dieser Woche thematisiert. „Einmal kurz und einmal ein wenig länger“, deutet Reckels an, dass es durchaus Gesprächsbedarf gab. Sein Eindruck: „Einige Spieler können mit Druck nicht so gut umgehen.“ Darüber wurde geredet, denn der Druck am Sonntag im Spiel gegen Gütersloh ist nicht geringer als vor dem 05-Spiel. Ganz im Gegenteil.

Doch Trainer Reckels will ein wenig die Last von den Schultern seiner Kicker nehmen: „Wir bleiben gelassen. Gegen Gütersloh kann ich auch mit dem dritten Remis leben.“

Gegen Gütersloh etwas vorgenommen

Angeschlagen ist Angreifer Rafael Figueiredo, der aufgrund einer Wadenverletzung am Dienstag und Mittwoch nicht trainierte.

Emanuel Beckmann-Smith muss noch ein Spiel pausieren. Christian Bußmann hat Rückenprobleme, gehört aber am Sonntag wohl zum Kader. Denn er und seine Teamkollegen „haben sich gegen Gütersloh etwas vorgenommen“, weiß der Coach.

SV Dorsten-Hardt

FC 96 RE kommt zum Kreisderby

HARDT Das erste und einzige Recklinghäuser Kreis-Derby in der Westfalenliga steigt am Sonntag um 15 Uhr an der Hardter Storchsbaumstraße. Die Schmidt-Kicker treffen auf den punktgleichen FC 96 Recklinghausen.

Ausgangslage: Die Gäste haben am letzten Sonntag SuS Stadtlohn 3:0 bezwungen. Der Sieg war in der Höhe überraschend. Stadtlohn leistete sich aber einen viertelstündigen Blackout, während dessen der FC 96 alle drei Tore schoss.

Das Wie und Warum kann den Hardtern aber auch egal sein. Die Leistung der Schmidt-Elf gegen Hövelhof hatte schon eine ganze Menge mit Westfalenliga-Fußball zu tun. Am Sonntag fehlen weiter der verletzte Sleyman Salha und Sebastian Nover wird in der zweiten Mannschaft am Ball sein, um wieder Spielpraxis zu sammeln.

Martin Schmidt wollte nicht zu früh Aussagen über eine Aufstellung machen. Auch wenn sich beim Pokalaus in Langenbochum kein Spieler aufgedrängt hat, könnte es Umstellungen gegenüber der Hövelhof-Partie geben. Es wird wohl so sein, dass die Platzherren erst einmal abwarten werden, denn der bedingungslose Offensiv-Fußball aus der Landesliga ist in der Westfalenliga nicht möglich.

Martin Schmidt: „Ich hoffe, dass die Dorstener nach dem Spiel gegen Hövelhof neugierig geworden sind und wir mehr Zuschauer als nur das Stammpublikum begrüßen können. Der FC 96 hat noch kein Gegentor kassiert und das zeugt von einer hohen Defensivqualität. Das wird auf jeden Fall eine ganz schwere Partie.“

SC Preußen Münster II

Torebbe soll ein Ende finden

MÜNSTER Die bisherige Ausbeute ist ernüchternd. Kein Tor, kein Punkt – aber es sind ja auch erst zwei Spieltage gezählt in der Westfalenliga. Die U 23 des SC Preußen verlor jeweils 0:1. „Dabei sind wir an die Leistungsgrenze gegangen. Es war schon sehr unglücklich, beide Spiele zu verlieren“, sagt Trainer Arne Barez.

Am Sonntag beim Hövelhofer SV soll die Trendwende her. „Wir müssen genauso auftreten wie in den ersten Spielen. Couragiert, mit Mut und mit Akzenten im Angriff“, erklärt der 32-Jährige. Er sieht seine Offensivakteure wie Ingmar Holtkamp (Foto) oder Bekir Kilabaz auf einem guten Weg, die kleine Torebbe zu beenden.

Barez, der auf Marco Bensmann (Nasenbeinbruch) und Kim Sehrbrock (Knöchelstauchung) verzichten muss, ist angewiesen auf Unterstützung aus dem Regionalliga-Kader. Die Gastgeber, gestartet mit Sieg und Niederlage, erwartet er defensiv gut organisiert und gefährlich bei Kontern und Standards. Auffällig bei den bisherigen Spielen fand er diese Beobachtung: „Die Gegner hatten einen Hochkaräter, der das Spiel entschieden hat. Den müssen wir noch finden.“

SuS Stadtlohn

Bajorath fordert Sieg

STADTLOHN. Wenn in der Besetzung der Fußball-Westfalenliga 1 nach den zwei Extremen in der "Wechsel-Politik" gesucht werden sollte, dann bieten sich SuS Stadtlohn und SpVg Emsdetten 05 als die beiden Pole an: Während der SuS als Beispiel für Kader-Konstanz das Rennen macht, wurde bei Emsdetten 05 eine komplette "Runderneuerung" initiiert.

Die Emsdettener und Neu-Trainer Bodo Gadomski, zuvor aktiv in der Jugendabteilung des FC Eintracht Rheine, stellen sich am Sonntag im hülsta-Sportpark vor (15 Uhr) - nicht weniger als 18 neue Spieler hat der neue Übungsleiter einzubauen, nachdem rund ein Dutzend erfahrener Akteure den Verein verlassen hat (und musste). Mit Björn Schunke, Patrick Günner, Ulrich Kockmann und Robin Paton zog es gleich ein ganzes Quartett zum Landesligisten TuS Hiltrup.

Nicht alle der Neuzugänge bei den Emsdettenern sind auch Neulinge: So standen mit Erhan Toylular (E. Rheine), Patrick Maganga (Amisia Rheine) oder Isuf Asllani (SV Burgsteinfurt) einige Offensivkräfte bereits vorher in der Elf des ehemaligen Oberliga-Weggefährten des SuS. "Anhand der Tabellensituation und des Familiensonntags beim SuS sind wir zu einem Sieg gezwungen", lässt SuS-Trainer Frank Bajorath keine Alternative zu einem Erfolg zu - ähnlich wie im letzten Vergleich am 24. Mai.

Auch er wird auf seine "Neuen" zurückgreifen müssen: Da mit Markus Krüchting (erneute Kreuzband-Dehnung), Daniel Ebbing (Rekonvaleszent), Jakob Fischer (Mittelhand-Bruch) und Urlauber Andre Hippers nahezu seine komplette Offensivabteilung fehlt, müssen die beiden ehemaligen Gronauer SG-Stürmer Faik und Faruk Tan ebenso ran wie Nachwuchsspieler Niklas Hilgemann oder Rick Reekers. "Ich werde mir etwas einfallen lassen müssen, damit wir zum Erfolg kommen", grübelte Bajorath gestern, nachdem er die schlimmsten Folgen des Hochwasser-Einbruchs in seiner Wohnung behoben hatte. Derweil leitete gestern Co-Trainer Michael Gravermann das Training der SuS-Kicker. Und dabei zeigte sich Kapitän Matthias Uphues nach überstandener Knöchelverletzung schon wieder in ansteigender Form.

1. FC Gievenbeck

Völlig neue Erfahrungen

MÜNSTER Zweieinhalb Jahre lang verlor der 1. FC Gievenbeck niemals zwei Pflichtspiele in Serie. Nach jeder Niederlage folgte eine Reaktion. Jetzt, in der Westfalenliga, ist alles anders. Vier Mal hintereinander schlichen die Kicker unterlegen vom Rasen. Zwei Mal in Punktspielen, zwei Mal im Pokal.

Ein kleiner Tiefpunkt war sicher das Aus auf Kreisebene am Mittwoch beim SV Drensteinfurt (1:2). Doch auch diesen Nackenschlag möchte Trainer Maik Weßels nicht dramatisieren: „Das war sicher enttäuschend, aber ich werde jetzt nicht auf die Spieler einprügeln.“ Beim A-Ligisten erhielten einige Akteure der zweiten Reihe ihre Chance. Richtig nutzen konnten sie die nicht. Auf dem Vormarsch befindet sich dagegen derzeit Christian Keil. „An ihm können sich die anderen momentan orientieren“, so Weßels über den 20-Jährigen.

Frustphasen statt Dauerjubel

Personell sind bis auf Jan Kreuzheck und Julian Langner, den dubiose Knieprobleme plagen, alle Kicker verfügbar. Diejenigen, die in der Vorsaison zum Aufstieg beitrugen, müssen sich jetzt umstellen. Statt Dauerjubel drohen längere Frustphasen. „Ich war auf die Situation vorbereitet“, sagt der Trainer. „Aber für die Spieler ist das natürlich eine total neue Erfahrung. Viele kennen nur obere Tabellenregionen.“

Die Aussichten auf die Trendwende sind am Sonntag nicht gerade groß. Mit der Reserve des SC Paderborn gastiert ein permanenter Aufstiegsfavorit beim FCG. Und der trat in den ersten beiden Saisonspielen jeweils mit kräftiger Unterstützung aus der 2. Liga an. Zuletzt gelang gegen die U 23 der Preußen der erste Saisonsieg (1:0). „Wir müssen damit rechnen, dass wir den Einzelspielern gnadenlos unterlegen sind“, sagt Weßels.

Auf der Jagd nach kleinen Erfolgserlebnissen

Doch auch das ist kein Grund zur Resignation für den 32-Jährigen: „In Normalform sind wir chancenlos. Aber das wäre Drensteinfurt am Mittwoch ja auch gewesen.“ Allerdings schonte Weßels da einige Stammkräfte, am Sonntag ist in etwa wieder mit der Formation zu rechnen, die sich beim 0:1 in Delbrück vor einer Woche teuer verkaufte.

„Wir müssen jetzt auf kleine Erfolgserlebnisse setzen, das könnte auch schon ein Tor sein“, meint der Coach. „Ich will die Jungs nicht zu sehr unter Druck setzen. Aber was ich jetzt genau beobachten und kontrollieren werde, sind Zweikampfverhalten und Körpersprache.“ Denn genau in diesen Bereichen sieht der Coach den elementaren Teil einer passenden Antwort auf die jüngsten Resultate.

Jürgens: „Mit dieser Mannschaft muss der FCE um den Titel mitspielen“

Borghorst/Rheine. Im Leben von Hans-Dieter Jürgens geht es selten langweilig zu. Der 56-Jährige engagiert sich im Karneval, entert in Diskotheken gerne die Tanzfläche und liebt auch als Fußballtrainer das Auf und Ab. Nur ungern verließ der Schulleiter vor zwei Jahren die Trainerbank beim FC Eintracht Rheine, um zwei Klassen tiefer die Stelle bei Preußen Borghorst anzutreten.

Sein Vertrag ist  über zwei Jahre datiert - allerdings mit einer Ausstiegsklausel, falls ein Klub ab Westfalenliga aufwärts anfragt. Möglicherweise der FCE? Jürgens hält sich bedeckt, verfolgt aber aufmerksam die Entwicklung am Delsen: „Die Mannschaft ist noch stärker besetzt als zu meiner Zeit. Für mich ist klar, dass die um den Titel mitspielen werden, wenn nicht gar aufsteigen müssen.“

WL 1: Revier-Duell

Respekt auf beiden Seiten

Revier-Duelle sind in der Westfalenliga 1 wahrlich nicht an der Tagesordnung. Am Sonntag gibt es aber eines: Dorsten-Hardt empfängt den FC 96 Recklinghausen.

Vor dem Duell sprachen wir mit 96-Coach Peter Anders und seinem Kollegen Martin Schmidt.

Am Sonntag treffen Sie auf einen Gegner aus der Nachbarschaft. Wie schätzen Sie Ihren Kontrahenten ein?

Anders: Beim SV Dorsten-Hardt herrscht immer noch die Euphorie des Aufstiegs. Sie haben in den beiden ersten Spielen hervorragend gespielt und es wird sehr schwierig für uns. Gerade im Angriff haben sie sehr gute Leute. Mir wäre es lieber gewesen, wir müssten erst dann gegen sie spielen, wenn die Normalität wieder eingekehrt ist.

Schmidt: Ich muss zugeben, dass ich den FC Recklinghausen gar nicht so genau kenne. Ich denke aber, dass sie den Umbruch gut hinter sich gebracht haben und im letzten Spiel vor allem in der Offensive Akzente setzen konnten. Für uns ist ein Team, das im letzten Jahr Dritter in der Westfalenliga 2 geworden ist, ein schwerer Brocken.

Sie sind beide mit einem Unentschieden und einem Sieg in die Saison gestartet. Ist Ihr Team damit in der Liga angekommen?

Anders: Auf jeden Fall, aber wir müssen abwarten, wie sich das alles entwickelt. Wenn wir gegen Dornberg, Lippstadt und Hamm gespielt haben, wissen wir mehr.

Schmidt: Wir sind zufrieden, keine Frage. Wie das einzuordnen ist, wissen wir aber noch nicht. Für uns als Aufsteiger war es wichtig, gut aus den Startlöchern zu kommen. Das gibt Selbstvertrauen für die nächsten Aufgaben.

Werden Sie am Sonntag der Elf aus der Vorwoche vertrauen?

Anders: Wir haben noch Mario Pavlovic und Mirko Eisen auf der Rechnung, die Sonntag vielleicht wieder dabei sein können. Wir müssen aber noch die letzte Trainingseinheit abwarten.

Schmidt: Wenn sich keiner verletzt, werden wir wohl nichts ändern. Wir haben genügend Spieler, um Ausfälle zu ersetzen.

Vorschau auf den 3. Spieltag: Zwei lustige Pärchen

Okay, zum Lachen ist den beiden münsterschen Westfalenligisten sicher nicht zumute nach zwei Niederlagen zum Saisonauftakt. Aber die Tabellenkonstellation für den nächsten Spieltag hat schon einen winzigen Kuriositäten-Charakter. Und die Heimspiel-Perspektive ist bekanntlich eine etwas andere. Und so sieht es für uns aus:

Hand in Hand spazieren der FCG und der SCP II beinahe einvernehmlich in den dritten Spieltag. Beide haben keine Punkte, beide haben keine Tore geschossen, beide haben aber auch erst wenige Tore kassiert. Gievenbeck drei, Preußen zwei.

Und die Gegner? Die kommen genauso wie zwei fröhliche Freunde geradewegs aus der Tabelle spaziert, der eine als Neunter (Gievenbecks Gegner SC Paderborn II), der andere als Zehnter (Preußen-Gastgeber Hövelhof). Beide haben je einen Sieg und eine Niederlage, beide haben erst ein Tor geschossen, Paderborn nur eins kassiert, Hövelhofen derer schon zwei. Sind das nicht zwei hübsche Pärchen? Das muss doch selbst den Grimmigsten erfreuen.

Vielleicht werden sich die vier nach diesem Spieltag ja sogar vereinen, ein hübsches Quartett bilden und dann als die Lustigen Vier alle zusammen mit einem Sieg, zwei Niederlagen, je einem geschossenen Tor und gaaaaaanz wenig Gegentoren liebreizende Tabellennachbarn werden. Ach, wie wäre das romantisch.

WL 1: Expertentipp

Delbrück will in Hamm punkten

Der Saisonstart ist für den Delbrücker SC prächtig verlaufen. Die Mannschaft von Alfons Beckstedde gewann zwei Partien 1:0 und ist damit noch ohne Punktverlust.

Am Wochenende gastiert der DSC bei der Hammer SpVg., ein echter Prüfstein für die Ostwestfalen. „Hamm zähle ich neben Gütersloh und Dornberg zu den Top-Favoriten für den Aufstieg“, verrät Delbrücks Geschäftsführer Dirk Brökelmann. „Ich bin aber guter Dinge, dass wir da etwas mitnehmen werden.“

Dazu soll in erster Linie der Defensivverbund ein großes Stück beitragen. „Das ist sicherlich unser Prunkstück“, weiß Brökelmann. „Dominik Hansjürgen und André Schröder verfügen in der Innenverteidigung über große Erfahrung und mit Michael Joswig ist mit seinen zahlreichen Regionalliga-Spielen ein großer Rückhalt für uns. Und ich habe nichts dagegen, wenn wir viele Spiele 1:0 gewinnen.“ Sollte das gelingen, dann wird der DSC eine ruhigere Saison als im Vorjahr erleben. Da startete man zwar auch stark, musste dann aber bis zum Schluss um den Klassenerhalt kämpfen.

Den 3. Spieltag tippt Dirk Brökelmann (Delbrücker SC):

Tipps

Heim

Gast

Experte

RS

SuS Stadtlohn

SpVg Emsdetten 05

1:0

1:2

VfB Fichte Bielefeld

TuS Dornberg

0:2

1:3

1. FC Gievenbeck

SC Paderborn 07 II

0:1

2:0

Hövelhofer SV

Preußen Münster II

2:1

1:1

SV Dorsten-Hardt

FC 96 Recklinghausen

1:1

3:2

SuS Neuenkirchen

FC Gütersloh

0:2

1:3

SV Spexard

Eintracht Rheine

2:1

0:1

Hammer SpVg.

Delbrücker SC

 

2:1

2010 - SV Spexard 1950 e.V.